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Nach zwölf Jahren Pause veröffentlichen Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe wieder zusammen als Kings Of Convenience Musik. Ihrem geschmackvollen Folksound, häufig unterlegt von Bossa Nova Beats, sind sie auf „Peace or Love“ treu geblieben. Und auch, was Gäste angeht, vertrauen sie auf Altbewährtes: Wie schon in der Vergangenheit singt Feist auf zwei Songs mit.

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Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt

„Frieden oder Liebe“ — „Peace or Love“ nennen Kings Of Convenience das neue Album. 20 Jahre, nachdem sie auf dem Debüt mitteilten „Quiet is the New Loud“, dass „Leise sein“ das neue „Laut sein“ bedeute, nun erneut ein diskussionswürdiger Titel: Gibt es nur Frieden oder Liebe, führt Liebe stets zu Streitereien und Brüchen?

Die beiden Norweger sind zwar kein Liebespaar, leben aber dennoch in einer Art Beziehung. Als 11-Jährige lernten sie sich in Bergen kennen und erklären rückblickend, dass sie durchaus einen Paar-Ratgeber schreiben könnten.

Kings of Convenience — „Rocky Trail“

Ungleiches Duo

Erlend Øye ist der rastlose Teil der Band. Er zog von Norwegen nach London, dann nach Manchester und Berlin, bevor er in Sizilien zwischen Zitronenbäumen ein Haus fand und sich niederließ — nur um dann als DJ und Solomusiker doch wieder durch die Welt zu reisen.

Sein musikalischer Partner Eirik Glambek Bøe blieb in Bergen, gründete eine Familie und führt als Vater von drei Kindern ein gänzlich anderes Leben. Der Kontakt der beiden riss nie ab, und so entstand das neue Album innerhalb der letzten fünf Jahre an fünf verschiedenen Orten.

Singer/Songwriter-Kultur im 21. Jahrhundert

12 Jahre haben sie sich Zeit gelassen, bis sie nun ihr viertes Album veröffentlichen. Wie schon früher erinnern die neuen Songs der Kings Of Convenience an Kompositionen klassischer Singer/Songwriter. Was Simon & Garfunkel in den 1960ern geschaffen haben, führen die Kings Of Convenience seit nun mehr zwei Jahrzehnten fort.

Sie schreiben sanft anmutende Songs, mal beschwingt und mal zurückhaltend im Tempo. Die kanadische Sängerin Feist ist dabei wie schon auf dem zweiten Album der Band zu hören und sorgt für gelungene Abwechslung. Die beide Songs, auf denen sie zu hören ist, gehören zu den besten des Albums.

Kings Of Convenience — „Catholic Country“ ft. Feist

Eingängiger, unaufgeregter Folk

Die Musik der Kings Of Convenience ist auf angenehme Art unaufgeregt. Sie ist verlässlich und fühlt sich an wie die Umarmung eines Freundes, den man lange nicht gesehen hat. Oder wie die Brise Wind, die man sich an einem Sommertag herbeisehnt.

Man darf der Band musikalischen Stillstand vorwerfen, denn sie hat erneut eingängig arrangierte Folksongs im Popgewand aufgenommen, die sie regelmäßig mit einem Bossa Nova-Beat unterlegt. Aber was bei anderen bemüht klingt, wirkt bei den Kings Of Convenience stets leichtfüßig. Man hört die Arbeit nicht, die dahintersteckt, etwas Unkompliziertes zeitlos klingen zu lassen — und genau das macht die Band so besonders.

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