Nachruf Jazztrompeter Herbert Joos ist tot

Er galt jahrzehntelang als einer der wichtigsten Jazzmusiker im Südwesten. Am Wochenende ist Herbert Joos gestorben.

Der Jazzmusiker Herbert Joos ist tot. Der gebürtige Karlsruher starb nach SWR-Informationen im Alter von 79 Jahren am Samstag, 7. Dezember, in Baden-Baden. Joos hatte ursprünglich Kontrabass studiert. Trompete und Flügelhorn lernte er als Autodidakt. Auf zahlreichen eigenen Platten und als langjähriger Solist des Vienna Art Orchestra hatte er seit den 1970er-Jahren seinen charakteristischen Sound entwickelt.

Herbert Joos (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bernd Weissbrod)
Herbert Joos 2017 in seiner Wohnung in Stuttgart, wo er seit den 1970er-Jahren lebte. Bernd Weissbrod

Joos gehörte zu einer Generation, die sich ästhetisch von amerikanischen Vorbildern emanzipierte. Seine Bühnen-Karriere begann er als Mitglied des Modern Jazz Quintet Karlsruhe. 1973 machte er mit der Soloplatte "„The Philosophy of the Flügelhorn"“ von sich reden. Joos zählte zu den markantesten Stimmen des Modern und Free Jazz in Deutschland und genoss auch im europäischen Ausland hohes Ansehen - vor allem wegen seines warmen, kräftigen Tons und seines Improvisationstalents.

Ausgezeichnet - als Musiker und Grafiker

1984 wurde er mit dem SWF-Jazzpreis ausgezeichnet. 2017 wurde ihm der Ehrenpreis des Jazzpreises Baden-Württemberg verliehen - als erst dritter Musiker erhielt er den "Sonderpreis für das Lebenswerk". Außerdem war er als Grafiker und Zeichner aktiv. Seine Porträts bekannter Musiker fanden regelmäßig Verwendung als Titelblatt der Zeitschrift "Jazzpodium".

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