Jazz „Screenplay" mit der Tierney Sutton Band

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Seit mehr als 20 Jahren tourt die US-amerikanische Sängerin Tierney Sutton mit ihrer eigenen Band durch die Staaten und veröffentlicht regelmäßig sehr gut besprochene Alben. Für den von Clint Eastwood produzierten Film „Sully“- über den berühmten Piloten Chesley B. Sullenberger, dem eine Notlandung im Hudson River gelang - lieferte die Sängerin mit ihrer kleinen Band den Soundtrack. Jetzt hat Tierney Sutton eine CD mit gleich 15 Filmmusik-Interpretationen veröffentlicht.

Zauberhafter Beginn mit „The Windmills of Your Mind"

Zu Beginn ihrer CD „Screenplay“ verlässt sich Tierney Sutton fast ohne Instrumentalbegleitung nur auf ihre Stimme. Im Hintergrund tickt das Schlagzeug leise wie ein Uhrwerk und ein paar Akkorde am Klavier nebst ruhigen Tönen vom Kontrabass geben so etwas wie einen harmonischen Rahmen. So kann der Song „The Windmills of Your Mind" seinen Zauber in aller Ruhe entfalten - ein Klassiker der Filmmusik, den Alan Bergman gemeinsam mit seiner Frau Marilyn und dem Franzosen Michel Legrand im Jahr 1968 für den Film „The Thomas Crown Affair“ komponierte.

Unsterbliches Erbe des Filmkomponisten Alan Bergmann

Der hochbetagte Alan Bergman ließ es sich nicht nehmen, bei der Neuinterpretation durch die Tierney Sutton Band dabei zu sein. Schließlich ist das Stück zu einem guten Teil auch sein unsterbliches Erbe. „Wir dachten damals, dass ‚Windmills of your mind' eine sehr gelungene Formulierung sei", erinnert sich Alan Bergmann. Es gebe in dem Film eine Szene mit einem Segelflieger - genau so frei und unfassbar wie sein stilles Gleiten durch die Lüfte sei auch der Titelheld des Films gewesen. „So haben wir dann Musik und Text in dieser Anmutung vereint."

Verlassen ausgetretener musikalischer Pfade

Von dem Filmmusik-Klassiker gibt es unzählige Varianten. Die Interpretation der Tierney Sutton Band sticht jedoch heraus. Die Gründerin und Namensgeberin ist eine Vokalistin der Extraklasse, die zudem ihre Band animiert, ausgetretene Pfade zu verlassen. Das Projekt, das sich Sutton mit „Screenplay“ vorgenommen hat, ist kein kleines. Fünfzehn Filmmusik-Klassiker interpretiert sie mit ihrer Band noch einmal neu. Der Bogen ist dabei über Jahrzehnte gespannt und endet mit dem Titelsong zu dem Film „Sully“ aus dem Jahr 2016.

Eine Große ihres Fachs mit wandlungsfähiger Stimme

Die Wandlungsfähigkeit, mit der Tierney Sutton bei den Songs ihre Stimme vorführt, lässt aufhorchen. Hierzulande ziemlich unbekannt, zählt die 1963 in Wisconsin geborene Sängerin zu den ganz Großen ihres Fachs. Allein acht Nominierungen für den Musikpreis „Grammy“ stehen auf ihrer Erfolgsliste.

Songs mit einem speziellen Touch

Ihre kleine Band ist handverlesen und gibt bei dieser Produktion jedem Song einen ganz speziellen Touch. Diese Steilvorlage nutzt Tierney Sutton mit wunderbaren Schattierungen aus.

Tierney Sutton: „Wenn man mit einer guten Technik singt und nicht nur mit dem Kehlkopf, dann kann man sich sehr lange eine gesunde Stimme bewahren. Deshalb bereite ich mich auf jeden Auftritt intensiv vor und setze stets meinen gesamten Körper ein. Natürlich werde ich auch einmal krank, aber das geht meist schnell vorüber. Jedenfalls musste ich in meiner langen Karriere noch nie einen Auftritt absagen."

Frische und pfiffige Interpretationen

Die Frische und Pfiffigkeit, mit der Tierney Sutton und ihre Band die Auswahl der Filmmusik-Klassiker präsentieren, macht nicht nur gute Laune. Die Lady aus Wisconsin hat genau das richtige Feeling für den Gehalt der Songs, auch wenn sie einige erst einmal ruppig gegen den Strich bürstet. „Screenplay“ ist deshalb eine Produktion, die man rundum empfehlen kann.

AUTOR/IN
STAND