Jazz „S3NS“ von Ibrahim Maalouf

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Der 1980 in Beirut geborene und in Paris aufgewachsene Trompeter Ibrahim Maalouf ist musikalisch schwer einzuordnen. Er interpretiert klassische Musik ebenso gut wie die arabische Musik seiner Heimat. Für seine neueste CD mit dem Titel „S3NS“, die beim Label „Mister Ibe“ erschienen ist, hat Maalouf viele befreundete Musiker zusammengetrommelt.

Identitäten eines Weltmusikers

Mit seiner Neuveröffentlichung legt Ibrahim Maalouf ein ganz besonders Album vor. Wie der etwas rätselhafte Titel „S3NS“ andeutet, geht es um mindestens drei musikalische Identitäten, die den Trompeter ausmachen.

Die familiären Wurzeln im Libanon, die Kindheit und Jugend in Frankreich und die internationalen Kontakte mit Musikern aus unterschiedlichsten Regionen.

Musiker-Kollegen von Hip-Hop, Hardrock und Weltmusik

Die Musiker, mit denen Maalouf zusammenspielt, sind nicht ausschließlich Jazzmusiker. Sie hören Hip-Hop, Hardrock oder Weltmusik und sind offen für alle Spielarten. Und sie kommen aus Afrika und Südamerika. Wie etwa der kubanische Pianist Harold López-Nussa.

Trompete mit Extra-Ventil

Maalouf ist als Künstler eine Ausnahmeerscheinung. Fast niemand sonst hat an seiner Trompete noch ein Extra-Ventil, um auch arabische Vierteltonmusik realisieren zu können. Deshalb hat sein Spiel eine unverwechselbare Lebendigkeit und Intensität.

Ibrahim Maalouf stammt aus einer libanesischen Künstlerfamilie, die während des Bürgerkriegs das Land verlassen musste und in Paris eine neue Heimat fand.

Mit sieben Jahren lernte Ibrahim Maloouf Trompete

Bei seinem Vater, der auch ein sehr guter Trompeter war, ging Ibrahim in die Lehre:

„Mein Vater war ein sehr strenger Lehrer und hat mir alle Basics der arabischen und europäischen Musik vermittelt. Schon zwei Jahre später sind wir gemeinsam auf Tournee gegangen.“

Ibrahim Maalouf

13 Musikwettbewerbe gewonnen

Schon während des Studiums am Pariser Conservatoire startete der Trompeter eine fulminante Laufbahn. Maalouf gewann 13 Musikwettbewerbe in Serie, ob Klassik oder Jazz, das Genre war ihm egal.

Auch bei der Wahl der Zutaten für seine neueste CD zeigt er sich nicht zimperlich. Wie bereits bei vorigen Alben verwendet er neben verschiedenen musikalischen Einflüssen auch Aufnahmen von Reden oder alltäglicher Situationen. Im ersten Song des Albums, „Una Rosa Blanca“, beispielsweise ist zwischendurch die Rede von Barack Obama zu hören, in der er Cuba den Frieden anbietet.

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