Jazz „Munich 2016“ von Keith Jarrett

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Schlicht „Munich 2016“ lautet der Titel des Doppelalbums von Keith Jarrett. Aufgenommen wurde das Solokonzert des außergewöhnlichen Jazzers in der Münchner Philharmonie im Gasteig.

Vorliebe für die kleine Form

Wiederholungen sind nicht das Ding von Keith Jarrett. Selbst wenn er Standards der Jazzgeschichte aufgreift, klingen sie jedesmal neu und frisch. Bei seinem Münchner Konzert spielt er, im Unterschied zu den Konzerten vor seiner psychischen Erkrankung, kleine, in sich geschlossene Stücke in einer Länge zwischen zwei und 14 Minuten.

Blues, Folk und Jazz

Leicht und lebendig mischt Jarrett Blues- und Folkelemente seinen Jazzimprovisationen unter. Sein Spiel ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes ein „Hand-in-Hand-gehen“.

„Meine linke Hand weiß einfach, wie sie spielen soll. Wenn ich ihr allerdings sage, was sie spielen soll, dann stoppt sie. Dann hindere ich sie daran, etwas zu spielen, was besser ist als alles, was ich mir ausdenke.“

Keith Jarrett

Sternstunde des Jazzklaviers

Virtuos spannt der damals 71-jährige Musiker auf der Einspielung den Bogen zwischen wilder Ekstase, die an Free Jazz erinnert, und an europäischer Klassik geschulter Harmonik. Die einzelnen Takes zitieren Blues- und Jazzklänge und lauschen weichen, fließenden Harmonien hinterher.

Zum Ausklang des Konzerts gibt es Improvisationen über bekannte Songs aus dem Great American Song Book. Der Mitschnitt „Munich 2016“ vom letzten Abend einer Europatournee Keith Jarretts zeigt den großen Klavierimprovisator auf dem Höhepunkt seiner Kreativität.

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