Jazz „Good Hope" mit Dave Holland, Zakir Hussain & Chris Potter

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Zakir Hussain, 1951 in Bombay geboren, gilt als einer der profiliertesten Tabla-Spieler weltweit. Immer wieder wagt der Meister der klassischen indischen Musik auch den Brückenschlag zum Jazz. Aktuell hat er in kleiner Besetzung mit dem Kontrabassisten Dave Holland und dem Saxofonisten Chris Potter eine neue CD beim Label Edition Records produziert - ein gelungenes Experiment des Trios.

„Good Hope“ als programmatische Ansage

Zu den ersten dicken Tönen vom Kontrabass mischt sich im Titel „Ziandi" der Klang einer indischen Tabla, dann hebt auch das Saxophon zu seinem Freiflug ab. „Good Hope – gute Hoffnung“ ist für die drei Protagonisten vom ersten Takt an programmatische Ansage. Dave Holland, Zakir Hussain und Chris Potter sind beileibe keine Newcomer. Sie wissen, welche Zutaten man braucht, um eine packende CD zu produzieren.

Jeder Musiker braucht heute ein Netzwerk

Allein Dave Holland hat bei mehr als 50 Alben mitgewirkt. Im Jahr 1969 stand der Bassist zum ersten Mal im Studio. Damals habe es vollkommen ausgereicht, gute Musik zu machen, erzählt er. Heute sei etwas ganz Neues dazu gekommen.

Denn mittlerweile sei man als Künstler viel mehr in das Musikbusiness involviert als früher. Es genüge nicht, hundert Prozent hinter dem Produkt zu stehen, sondern jeder Musiker brauche ein Netzwerk, das einen unterstützt, so Dave Holland.

„Eine Menge Leute müssen sehr hart arbeiten, um unsere Musik präsentieren zu können. Das machen die bestimmt nicht nur für Geld, sondern weil sie die Musik lieben."

Dave Holland

Drei Überflieger im faszinierenden Austausch

Für jedes Label ist es natürlich ein Glücksfall, drei Überflieger wie Zakir Hussain, Dave Holland und Chris Potter ins Studio zu bekommen. Das Trio ist locker miteinander verbunden, geht aber regelmäßig auf Tournee. Dabei steht niemand im Mittelpunkt, sondern es findet ein faszinierender Austausch statt.

Die Tabla von Zakir Hussain macht jedes Schlagzeug oder Tasteninstrument überflüssig, so flexibel und direkt ist ihre musikalische Rede. Im ständigen Austausch mit dem Saxofon von Chris Potter und dem Kontrabass von Dave Holland entsteht ein sehr dichtes Klanggewebe, das schon einmal zehn Minuten anhalten kann.

Abwechslung und Freiraum für Improvisationen

Zur CD-Produktion hatte jeder der drei Interpreten seine eigenen Stücke mitgebracht. Das bringt Farbe und Abwechslung ins Spiel und bietet auch viel Freiraum für Improvisationen. Es wird hoffentlich nicht das einzige Zusammentreffen dieser drei Ausnahmekünstler im Studio bleiben. Dave Holland jedenfalls ist stets offen für neue Abenteuer.

„Man sollte absolut von dem überzeugt sein, was man macht, sonst klappt es einfach nicht. Das ist bei jedem Projekt Grundvoraussetzung. Doch wenn man gemeinsam zum Sprung bereit ist, kann auch eine Menge Kreativität freigesetzt werden."

Dave Holland
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