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Adolphe Sax wollte ein Instrument für Freiluft-Veranstaltungen: Mit Tragkraft und schönem Klang in einer tiefen Lage. Er erfand das Saxophon, doch auch nach der Patentierung am 21. März 1846 interessierte sich zunächst keiner für das Instrument – bis zum Aufkommen des Jazz.

Saxophon (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Zoonar | Viacheslav Chernobrovin)
Das Saxophon gilt als Holzblasinstrument, der Korpus besteht aber aus Blech. picture alliance / Zoonar | Viacheslav Chernobrovin

Der belgische Klarinettist Adolphe Sax erfand das Saxophon, weil er nach einem Bassinstrument suchte, das auch in tiefen Lagen noch gut klingt und sich bei Konzerten unter freiem Himmel durchsetzen kann.

In Brüssel interessierte man sich kaum für seine geniale Erfindung, mit der er schließlich 1842 nach Paris zog. Dort gründete er eine Werkstatt und ließ 1846 das Instrument patentieren. Doch der erhoffte Erfolg blieb auch hier aus. Neider machten ihm seine Erfindung streitig, mehrmals stand er vor dem Konkurs.

„Ein Instrument, das im Charakter seiner Stimme den Streichinstrumenten nahekommt, aber mehr Kraft und Intensität besitzt als diese“

Aus dem Patentantrag von 1846 von Adolphe Sax

Ein langer Weg zum Erfolg

Das Saxophon hielt zwar Einzug in französische Militärkapellen, doch in den Pariser Opernpartituren kam es kaum zum Einsatz – trotz der Unterstützung des Komponisten Hector Berlioz, der zu seinen bedeutendsten Verfechtern zählte. „Einmal tief und ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos“, schwärmte Berlioz in einem Zeitungsartikel.

Erst mit dem Aufkommen des Jazz Jahrzehnte nach dem Tod von Sax setzte der Siegeszug des Instruments ein. Dann erwachte auch die Klassik aus dem Dornröschenschlaf und nahm das Saxophon ins Orchester auf – neben Percussioninstrumenten das einzige Instrument, welches seit dem 19. Jahrhundert noch im Orchester hinzukam.

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