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Neues Album der Kaiserslauterer Künstlerin Maria Palatine My voice is my plea

Von Kerstin Bachtler

Die Harfenistin Maria Palatine schreibt eigene Lieder und vertont Gedichte belgischer, französischer, deutscher und englischer Lyriker. Musikalisch passt sie in keine Schublade. Ihr neues Album „My voice is my plea“ vermischt Einflüsse aus Jazz, Folklore und klassischer Musik. „Die Inspiration kommt bei mir durch das Wort“, sagt Maria Palatine. „Ich bin an der Harfe hängengeblieben, weil man auf ihr den Ton ganz anders formen kann als am Klavier.“

Klangmöglichkeiten der Harfe bis an die Grenzen ausschöpfen

Über ihre Harfe sagt Maria Palatine: „Am meisten treibt mich vorwärts, dieses Instrument wirklich bis an seine Grenzen auszuschöpfen in seinen Farben, in seinen Möglichkeiten, ist mein Wille, das was im Text ist, so authentisch und so ausdrucksstark wie möglich zur Geltung kommen zu lassen.“



Viele Anregungen aus der Brüsseler Künstlerszene

Seit zehn Jahren lebt die gebürtige Pfälzerin in Belgien. Die weltoffene Künstler- und Musikszene in Brüssel hat viele Songs von Maria Palatine beeinflusst. Dort lernt sie immer wieder neue Künstler kennen, darunter auch Menschen aus Krisengebieten. Maria Palatine hat mit mehreren von ihnen zusammengearbeitet und ist für ihr Engagement für Solidarität und Menschenwürde in der Musik ausgezeichnet worden.

Mit dem eigenen Künstlernamen der Pfalz ein Denkmal gesetzt

In ihrem „Song for Syria“, zu dem sie die Begegnung mit Menschen aus Syrien inspiriert hat, singt sie vom Wunsch nach Frieden. Bei aller Verbundenheit mit anderen Ländern und Kulturen hat auch ihre westpfälzische Heimat einen hohen Wert für Maria Palatine. Der ist ihr so wichtig ist, dass sie der Pfalz in ihrem Künstlernamen ein Denkmal gesetzt hat.



Deutsche Romantik als Inspirationsquelle

Aufgewachsen ist die Musikerin in einem kleinen Ortsteil von Kaiserslautern mitten im Pfälzer Wald. Sie beschreibt sich selbst als sehr naturverbunden: „Ich bin aber auch mit der Natur in romantischer Weise verbunden. Die deutsche Romantik ist für mich eine sehr inspirierende Epoche, diese Dinge zu lesen und auch die Musik aus dieser Zeit.“

Schwebende Vertonung von Rilkes Gedicht „In tiefen Nächten“

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Maria Palatine eine Vorliebe für Rainer Maria Rilkes symbolistisch-impressionistische Gedichte entwickelt hat. Der schwebende Rilke-Ton wird von den sanften Klängen der Harfe unterstrichen und von Maria Palatine geradezu inszeniert.

Für die neue CD hat sie Rilkes Gedicht „In tiefen Nächten“ vertont. Wie in vielen anderen ihrer Lieder überwindet Maria Palatine auch in diesem Titel spielend und harmonisch den Unterschied zwischen E- und U-Musik. Und sie beweist, dass es in ihren Kompositionen eine solche stilistische Grenze nicht gibt.

Im Programm

Mit Martin Hagen
Carlos Chávez:
Sinfonie Nr. 2 „Sinfonía India“
The Orchestra of the Americas
Leitung: Carlos Miguel Prieto
Traditional:
"Kalimanku, Denku"
Vesselina Kasarova (Mezzosopran)
Cosmic Voices
"Sofia Soloists" Kammerorchester
Leitung: Tzanko Dimitrov Delibozov
Wolfgang Amadeus Mozart:
"La Clemenza di Tito" Arie des Sesto (2. Akt)
Vesselina Kasarova (Mezzosopran)
Staatskapelle Dresden
Leitung: Colin Davis
Henriette Renie:
Harfenkonzert c-Moll
Xavier de Maistre (Harfe)
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Leitung: Hugh Wolff
Franz Schubert:
Rondo h-Moll D 895 op. 70 "Rondeau brillant"
Isabelle Faust (Violine)
Alexander Melnikov (Klavier)
Georg Philipp Telemann:
Ouvertüre D-Dur
Akademie für Alte Musik Berlin

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