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Literaturnobelpreis für Bob Dylan The answer my friend

Ein Popstar wird Literaturnobelpreisträger

Sie hat es tatsächlich getan, die Jury des Literaturnobelpreises. Kühn hat sie die amerikanischen Großromanciers und ewigen Kandidaten Philip Roth und Don DeLillo ignoriert, um einen US-Popstar zu küren.


Ein Liedermacher schreibt Weltliteratur

Bob Dylan hat die komplette Weltliteratur gleichsam rechts überholt und sich als erster Singer-Songwriter – vulgo: Liedermacher – in die Preisgeschichte eingeschrieben. Verblüffend. Frappierend. Erstaunlich.

Zwar wurde Dylan seit zwanzig Jahren als Kandidat gehandelt, aber nur hartgesottene Fans konnten wirklich glauben, dass er den Preis jemals bekommt. Jetzt zeichnet die Jury in Stockholm den 75-jährigen aus, weil er „neue poetische Ausdrucksformen innerhalb der großen amerikanischen Song-Tradition" entwickelt hat. Das ist eine vergleichsweise spärliche Begründung.

Dylan-Texte sind immer gesungene Texte

Und doch ist die Auszeichnung ein Meilenstein in der Geschichte des Nobelpreises. Erstmals wurde ein Vertreter der Popkultur gewürdigt, erstmals wurde jemand gewürdigt, dessen Werk nicht ans gedruckte Papier gebunden ist.

Tatsächlich hat Bob Dylan – außer ein paar autobiographischen Arbeiten – nichts geschrieben, was er nicht auch gesungen hat. Ob jetzt Dylan-Text-Editionen erscheinen, die man wie Lyrik in beschaulicher Stille liest? Hoffentlich nicht ...

Im Programm

Ethel Smyth:
Konzert
Marie Luise Neunecker (Horn)
Saschko Gawriloff (Violine)
NDR Radiophilharmonie
Leitung: Uri Mayer
Joseph Haydn:
Sinfonie Nr. 94 G-Dur
Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters
Gustav Mahler:
"Lieder eines fahrenden Gesellen"
Anne Sofie von Otter (Mezzosopran)
NDR Elbphilharmonie Orchester
Leitung: John Eliot Gardiner
Ludwig van Beethoven:
Bläseroktett Es-Dur op. 103
Bläservereinigung des NDR
Georg Philipp Telemann:
"Deus judicium tuum regi da" TWV 7:7
Miriam Meyer (Sopran)
Gerhild Romberger (Alt)
Topi Lehtipuu (Tenor)
Stephan Loges (Bariton)
Locky Chung (Bass)
NDR Chor
Dresdner Barockorchester
Leitung: Hans-Christoph Rademann