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Würth-Literaturpreis für Annie Ernaux: Eine Soziologin des eigenen Lebens

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INTERVIEW
Martin Gramlich

„Annie Ernaux hat diese Gabe, über sich selbst zu schreiben ohne um den eigenen Nabel zu kreisen“, so beschreibt der Literaturkritiker Denis Scheck die französische Schriftstellerin Annie Ernaux, die mit dem Würth-Literaturpreis für Europäische Literatur ausgezeichnet wird.

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Wenn man ihr Werk kenne, habe man das Gefühl ihr Leben mitgelebt zu haben, so Scheck: „Im Kern ist es die Geschichte eines sozialen Aufstiegs“, Ernauxs Eltern seien Fabrikarbeiter gewesen – ihre Tochter war die erste aus ihrer Familie, die einen Hochschulabschluss erlangte.

Die 82-Jährige schreibe schon seit vielen Jahren, wurde aber erst in den letzten Jahren in Deutschland entdeckt: „Warum sie im Moment den Nerv der Zeit trifft, ist bestimmt erklärbar mit der politischen Dimension ihrer Bücher, ich finde die ästhetische Dimension fast noch aufregender“, so Denis Scheck.

Der Würth-Preis für Europäische Literatur ist mit 25.000 Euro dotierte, er wird alle zwei Jahre vergeben.

Buchkritik Annie Ernaux - Die Scham

Scham ist das nagende Gefühl der eigenen Unwürdigkeit. Annie Ernaux analysiert die Scham an sich selbst, indem sie weit zurück geht in eine kaum fassbare Episode ihrer Kindheit und in eine Vergangenheit, die nicht vergehen will.
Rezension von Kathrin Hondl.

Aus dem Französischen von Sonja Finck
Bibliothek Suhrkamp
ISBN 978-3-518-22517-2
110 Seiten
18 Euro

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

Hörspiel Annie Ernaux: Erinnerung eines Mädchens

Der erste Sex als Spiel von Macht, Ohnmacht und Unterwerfung. | Nach dem gleichnamigen Buch von Annie Ernaux | Aus dem Französischen von Sonja Finck | Mit: Hedi Kriegeskotte, Anna Drexler, Peer Oscar Musinowski und Andrea Hörnke-Trieß | Hörspielbearbeitung und Regie: Irene Schuck | Produktion: SWR 2020

SWR2 Hörspiel SWR2

Buchkritik Annie Ernaux - Der Platz

"Der Platz" von Annie Ernaux hat einen neuen Ton in die französische Literatur gebracht. Als "Autofiktion" wurde dieses Schreiben bezeichnet. 1983 erstmals erschienen, kann man das meisterhafte Buch über den Vater der Autorin nun endlich auf Deutsch entdecken.



Rezension von Ulrich Rüdenauer





von Sonja Finck ins Deutsche übersetzt

Bibliothek Suhrkamp

ISBN 978-3-518-22509-7

96 Seiten

18 Euro

SWR2 Lesenswert Kritik SWR2

Annie Ernaux Erinnerung eines Mädchens

Frankreich 1958: Die 18-jährige Annie Ernaux verbringt ihre Sommerferien als Betreuerin in einem Ferienlager. Schon am ersten Abend drängt sie der Gruppenleiter zum Sex. Sie verliebt sich, aber er lässt sie gleich wieder fallen. Eine Geschichte, die der Schriftstellerin Annie Ernaux noch heute nachgeht.|aus dem Französischen übersetzt von Sonja Finck, Suhrkamp Verlag, 164 Seiten, 20 Euro.| Rezension von Max Knieriemen.

SWR2 Lesenswert Kritik SWR2

Buchkritik Annie Ernaux - Eine Frau

Annie Ernaux schrieb kurz nach dem Tod der Mutter 1986 ein Buch der Erinnerung über ein schwieriges Verhältnis, geprägt vom Schmerz der Entfremdung. Ein berührendes Leseerlebnis.

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

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Martin Gramlich