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„Writing with care / rage“ – Schreibende Mütter fordern Ende der Benachteiligung

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Über die Arbeitsbedingungen schreibender Mütter hat sich vom 18. bis 20. Juni das Kollektiv „Writing with care / rage“ in einer virtuellen Konferenz ausgetauscht. „Im Lockdown war diese Zusammenarbeit als Kollektiv eine große Stütze“, sagt die Schriftstellerin Julia Wolf im Gespräch mit SWR2.

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Kreativ sein und gleichzeitig Kinder versorgen war schon vor der Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Mit Homeoffice und geschlossenen Schulen und Kitas war es noch sehr viel schwieriger.

Wolf und die Teilnehmerinnen der Konfernz fordern deshalb vom Literaturbetrieb unter anderem, Aufenthaltsstipendien so zu organisieren, dass Schriftstellerinnen, die Kinder oder Eltern betreuen, nicht automatisch benachteiligt sind. Denn „das ist für Leute, die Care-Arbeit leisten müssen, nicht machbar. Das ist eine ganz klare Diskriminierung.“

Ich habe mittlerweile mehrere Freundinnen, die bewusst ohne Partner ein Kind bekommen haben, eingebettet in soziale Gefüge und Wahlfamilien, die nichts mit der Kleinfamilie zu haben. Findet das als Motiv in Literatur überhaupt statt? Neue Formen von Familie? #WritingWithCare

„Writing with care / rage“

Writing with care / rage“ ist ein Kollektiv schreibender Mütter, das für die Vereinbarkeit von künstlerischer Arbeit und Sorgearbeit eintritt und die Forderung nach einer gleichberechtigten Behandlung von Sorgearbeitenden im Literaturbetrieb mit der nötigen Wut / RAGE verbindet. Die Livestreams der Konferenz 2021 sind bis auf weiteres online abrufbar.

Julia Wolf

Julia Wolf ist Übersetzerin und Autorin. Sie hat für Theater, Hörspiel und Film geschrieben. Zuletzt erschienen die Romane „Alles ist jetzt“ (2015) und „Walter Nowak bleibt liegen“ (2017, Frankfurter Verlagsanstalt). Wolf hat verschiedene Preise und Stipendien erhalten.

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