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Corona sei gewissermaßen Wasser auf die Mühlen seiner These von der „Handvergessenheit“ des Menschen, sagt der Kulturwissenschaftler Jochen Hörisch in SWR2. Corona zwinge uns immer mehr dazu, vor Displays und Monitoren zu sitzen und noch weniger unsere Hände einzusetzen.

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Wir beschreiben uns als Wissens- und Informationsgesellschaft und seien nun in der Situation, „nicht handgreiflich“ umgehen zu können mit der eigenartigen Bedrohung durch das winzig kleine Corona-Virus, sagt Jochen Hörisch. Von ihm ist gerade das Buch „Hände. Eine Kulturgeschichte“ erschienen.

Es gebe eine antike und auch eine religiöse Handvergessenheit in der Geschichte. Selbst die religiöse Figur eines göttlichen Schöpfers sei mehr ein Schöpfer durch das Wort als durch die eigenen Hände.

Das Hand-Motiv spiele auch im Werk von Johann Wolfgang Goethe eine große Rolle, so Jochen Hörisch. Goethe habe immer danach gefragt, in der Gewalt welcher Hände die Menschen seien, und inwieweit sie sich selbst in der Hand haben. Die Hand stehe daher auch für das Emanzipationsprogramm seines Werkes.

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