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Der Roman-Klassiker von Albert Camus, „Die Pest“, feiert gerade eine Renaissance, vermutlich kein Zufall in Zeiten der Corona-Pandemie. Vor allem in Frankreich und in Italien steigen derzeit die Verkaufszahlen des Buches. Schon der Titel habe Signalwirkung. Bis heute sei „Die Pest“ als Katastrophe am tiefsten im europäischen Bewusstsein verankert, so der Literaturwissenschaftler Prof. Jürgen Ritter von der Pariser Sorbonne in SWR2.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:40 Uhr
Sender
SWR2

Alles, was Menschen in der Zeit der Corona-Pandemie bislang erlebt hätten, werde bereits in Camus‘ Roman geschildert, so Ritte, „es wird abgewiegelt, man zögert Maßnahmen zu ergreifen“, bis hin zu denen, die aus der Situation Kapital zu schlagen versuchten.

Camus, Die Pest. Eine Illustration von Edy-Legrand (Foto: picture-alliance / Reportdienste, akg-images)
Camus, Die Pest. Eine Illustration von Edy-Legrand akg-images

Der Held der Geschichte, Doktor Rieux, sei der typische Vertreter des l’homme révolté, des Menschen in der Revolte, der sich nach der Philosophie von Camus auflehne gegen sein Schicksal – auch wenn er womöglich wisse, dass diese Auflehnung umsonst bleibe. Nicht vergessen dürfe man bei der Parallelisierung zur Gegenwart allerdings, dass Camus seinen Roman direkt nach dem Krieg geschrieben habe und die Pest eine Allegorie auf die deutschen Besatzer, die „braune Pest“, gewesen sei.

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