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Neue deutsche Wörter: Zwischen 2011 und 2020 sind etwa 450 Neuschöpfungen im Deutschen heimisch geworden. Das hat das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim (IDS) in einem Online-Lexikon festgestellt. Auch die Corona-Pandemie hat die Sprache geprägt, zum Beispiel durch Begriffe wie „Corona“, „Covid 19“ oder den „Aluhut“. Aber auch Wörter wie „Body Shaming“, „Schottergarten“ oder „Digitalpakt“ sind mittlerweile hinzugekommen.

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Über 400 neue Wörter im Deutschen in zehn Jahren

Auf Basis der IDS-Datenbank mit als 40 Milliarden untersuchten Wortformen – vor allem aus Texten in deutschsprachigen Zeitungen – sind in der Zeit von 2011 bis 2020 rund 450 neue Wörter im Deutschen heimisch geworden. Neben Corona und Covid-19 auch Begriffe wie Aluhut, Digitalpakt und Schottergarten.

Den besonderen Einfluss der Corona-Pandemie auf den Sprachgebrauch untersucht das IDS mit einer thematisch sortierten Wörter-Liste rund um Corona: Von Abstanzjubeltanz und Covidiot bis Wumms und Zoomfatigue spiegelt sich darin die Pandemie-Erfahrung der deutschsprachigen Bevölkerung. Zu jedem Wort gibt es eine kurze Erklärung der Bedeutung.

„Abstanzgebot“ und „Maultäschle“

Aber nicht nur komplett neue Wortschöpfungen, auch bereits bekannte Wörter haben durch die Corona-Krise plötzlich neue Bedeutungen bekommen: Das „Maultäschle“, eigentlich eine kulinarische Spezialität aus Schwaben, wurde zur schwäbischen Bezeichnung des „Mundschutzes“ umdefiniert. Andernorts wird dieser als „Schnutenpulli“ bezeichnet.

Dr. Annette Klosa-Kückelhaus (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Annette Klosa-Kückelhaus Eberhard Reuß

Annette Klosa-Kückelhaus vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim hat das Lexikon der neuen Wörter der 2010er-Jahre vorgestellt. In der Sprache zeichnet sich das Porträt dieser bewegten Zeit, besonders prägend sind die Klimakrise und die Corona-Pandemie.

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