Gespräch

Tübinger Poetik-Dozentur für Eva Menasse – „Lücken lassen für den Leser“

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Die unterschiedlichen Möglichkeiten, einen „Roman zu bauen“, das sei ein Thema, das sie schon lange beschäftigt, sagt die Schriftstellerin Eva Menasse. Zusammen mit Thomas Hettche hat Eva Menasse die diesjährige Poetik-Dozentur in Tübingen inne. „Treppen, Rampen, Räume – über Romanstrukturen“, ist der Titel ihrer Vorlesung im Rahmen der Dozentur.

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Sie frage sich immer, was von der Handlung, die man wie einen Pfeil begreifen könne, wegführe, so Eva Menasse. Wenn Romane anders als über die schiere Handlung funktionieren, habe sie das immer fasziniert.

In ihrem Roman „Dunkelblum“, der sich mit der Verdrängung eines NS-Verbrechens in Österreich beschäftigt, habe sie ein „unglaublich großes Figuren-Kompendium“ entworfen. Nur mit diesen vielen Figuren habe sie das gemeinsame Schweigen über die NS-Verbrechen darstellen können und das sei einer dieser räumlichen Effekte, die sie meine, sagt Eva Menasse.

Besonders wichtig sei es bei der Konstruktion eines Romans auch, dass man als Autor Lücken lasse für die Fantasie der Leserinnen und Leser.

SWR2 Vor Ort Kein Ende der Geschichte – Eva Menasse über ihren Roman "Dunkelblum"

In ihrem neuen Roman "Dunkelblum" erzählt Eva Menasse von den Bewohnern eines österreichischen Dorfes. Dass sie etwas zu verstecken haben, wird schnell klar. Aufzeichnung eines Gesprächs vom 27. September 2021 aus dem Staatstheater Mainz.  mehr...

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Buchkritik Eva Menasse – Dunkelblum

Ein bitterironischer Provinzroman: „Dunkelblum“ erzählt von einer fiktiven Kleinstadt an der österreichisch-ungarischen Grenze, die im Wendejahr 1989 in den Strudel der Ereignisse gerät. Doch die Einwohner des Ortes sind vor allem mit sich selbst beschäftigt – und mit der Wiederkehr verdrängter NS-Geschichte. Geschickt und stilsicher erzählt bietet „Dunkelblum“ tiefe Einblicke in die labile Psyche des provinziellen Österreich.
Rezension von Jörg Magenau.
Kiepenheuer & Witsch Verlag, 528 Seiten, 25 Euro
ISBN: 978-3-462-04790-5  mehr...

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Buchkritik Eva Menasse - Gedankenspiele über den Kompromiss

Die Schriftstellerin Eva Menasse plädiert dafür, dass es möglich sein muss, über alles zu sprechen und alles zu denken.
Rezension von Holger Heimann.
Droschl Verlag, 48 Seiten, 10 Euro
ISBN 978-3-990-59066-9  mehr...

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Buch der Woche Thomas Hettche - Herzfaden

Thomas Hettche erzählt in seinem siebten Roman „Herzfaden“ die Geschichte der Augsburger Puppenkiste und ihrer Gründer als eine Art Märchen für Groß und Klein. Generationen westdeutscher Kinder sind seit Beginn der Sechzigerjahre mit den Fernsehabenteuern der Augsburger Puppenkiste aufgewachsen. Die Ursprünge der Marionettenbühne liegen aber mitten im Krieg.  mehr...

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Ein Dachboden in Augsburg. Hier tanzen nachts die Puppen! Es ist Marionettenschnitzerin Hatü höchstselbst, die die Puppen zum Leben erweckt. Im neuen Roman "Herzfaden" von Thomas Hettche.  mehr...

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