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Zhao Tingyang will die Welt retten mit seinem philosophischen Modell für eine neue globale Ordnung. Das Zauberwort heißt „tianxia“, ein Begriff aus der chinesischen Antike, der in etwa „Alles unter dem Himmel“ bedeutet. Was es mit diesem Konzept des “tianxia“ genau auf sich hat, erklärt er in seinem vieldiskutierten Buch „Alles unter dem Himmel“.

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6:00 Uhr
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SWR2

Zhao Tingyang grenzt sich radikal von den westlichen Ansätzen ab, die seiner Meinung nach zu Unrecht universelle Geltung beanspruchen: Die Menschenrechte seien problematisch, weil nicht von Natur gegeben. Gleichheit? Für Zhao eine Illusion. Demokratie? Eine Staatsform, für die die Menschen zu egoistisch seien.

Die moderne Demokratie ist gerade dabei, ihre denkbar schlechteste Form anzunehmen. Die Medien und starke Parteien bestimmen die öffentliche Meinung und beeinflussen die Gedanken der Menschen, damit sie die Welt falsch verstehen. Das ist nicht mehr demokratisch, das ist eine Art Despotismus.

Zhao Tingyang im Gespräch mit Tobias Wenzel

Ist Zhao Tingyang also nur ein linientreuer Philosoph? Fragen zur aktuellen Politik, egal ob zur Expansionspolitik Chinas oder zum Handelsstreit mit den USA, beantwortet er nicht. Seine erstaunliche Begründung: Er sei nur Theoretiker.

Ob das Selbstbild vom kauzigen Einsiedler stimmt oder nur ein Vorwand ist, um politische Äußerungen und mögliche Probleme zuhause in China zu vermeiden, sei einmal dahingestellt. Sicher aber ist, dass Zhaos Buch alles andere als ein großer Wurf ist, jedenfalls unter diesem Himmel.

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