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Svenja Flaßpöhler: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren

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Wolfgang Schneider

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Immer öfter wird Politik mit verletzten Gefühlen gemacht. Die Philosophin Svenja Flaßpöhler versucht sich in ihrem neuen Buch als Friedensrichterin im Streit um Geschlecht, Diversität und andere "sensible" Themen. Und schreibt eine Geschichte der Empfindlichkeit.

Svenja Flaßpöhler ist Chefredakteurin des "Philosophie Magazins", zuvor war sie beim Deutschlandfunk. Sie ist Autorin und Journalistin und dem Publikum als meinungsstarke Teilnehmerin von Talk-Shows bekannt. Auch ihr neues Buch trifft einen aktuellen Punkt: "Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren".

Gespräch Svenja Flaßpöhler über ihr Buch „Sensibel“ - Sensibilität und Resilienz gehören zusammen

Dass Menschen sensibler werden für eigene und fremde Grenzen, dass wir vorsichtiger miteinander umgehen, das sei auf jeden Fall erstmal ein Zeichen von zivilisatorischem Fortschritt, sagt die Philosophin und Autorin Svenja Flaßpöhler in SWR2. Aber derzeit würde man eben erleben, dass das Progressive der Sensibilität umkippe in eine Regression, also eine zerstörerische Kraft, weil – so scheint es – die Sensibilität uns nicht mehr verbinde, sondern die Gesellschaft zersplittere.
Sensibel zu sein für subtile Arten von Sexismus und Rassismus sei erstmal gut. Aber es gebe einen Punkt, wo man fragen könnte, ob nicht einfach nur noch jede Sensibilität eine neue Sensibilität hervorbringe. „Und deshalb plädiere ich dafür, dass wir nicht nur gucken müssen, dass wir sensibel miteinander umgehen, sondern dass wir tatsächlich auch die Widerstandskraft, die ja immer so als Gegensatz zur Sensibilität begriffen wird, dass wir diese Widerstandskraft ins Bündnis bringen mit der Sensibilität.“
In einer freiheitlichen Gesellschaft seien persönliche Krisen und Verletzungen unvermeidbar. „Die Resilienz rechnet damit, dass das passieren wird und ermächtigt uns eben dann, damit umzugehen," sagt Flaßpöhler.
Von Svenja Flaßpöhler erscheint heute das Buch „Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenze des Zumutbaren“, ein Buch zur aktuellen Debatte, wie wir miteinander umgehen.  mehr...

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Reiten und Streiten mit Juli Zeh und Denis Scheck Reitgespräch über "Sensibel" von Svenja Flaßpöhler

Svenja Flaßpöhler, promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“ befasst sich in ihrem neuen Buch "Sensibel - Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren" mit der Rolle der Sensibilität, die vom Progressiven ins Regressive zu kippen droht.  mehr...

Aula Starke Frauen | Svenja Flaßpöhler fordert: Verlasst die Opferrolle!

Die #Me-Too-Debatte, die Ende 2017 begann, ist zwar schon wieder abgeebbt, aber sie hat auf nachhaltige Weise gezeigt, wie Frauen immer wieder Opfer von männlicher Gewalt und männlichem Sexismus werden. Die Philosophin und Journalistin Svenja Flaßpöhler ist eine vehemente Kritikern der #MeToo-Debatte. Manuskript zur Sendung: http://swr.li/starke-frauen  mehr...

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lesenswert mit Denis Scheck lesenswert Quartett mit Svenja Flaßpöhler

Svenja Flaßpöhler, Chefredakteurin des "Philosophie Magazins" und Literaturkritikerin ist zu Gast im "lesenswert" Quartett mit Denis Scheck, Insa Wilke und Ijoma Mangold. Ein reger Austausch über vier Bücher, unterhaltsam, kontrovers, respektvoll und mit Niveau - das macht Lust aufs Lesen: "Yoga" von Emmanuel Carrère, "Die Unzertrennlichen" von Simone de Beauvoir, Karl-Markus Gauß und sein Journal "Die Jahreszeiten der Ewigkeit" und "Die ganze Geschichte" von Aboud Saeed.  mehr...

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lesenswert Quartett | Diskussion Simone de Beauvoir: Die Unzertrennlichen

Zwei unzertrennliche Freundinnen kämpfen gegen den erstickenden Konformismus der bürgerlichen Gesellschaft: Die junge Sylvie bewundert Andrée für ihren Mut und ihre Unabhängigkeit. In einer berührenden autobiografischen Erzählung berichtet Simone de Beauvoir von einer außergewöhnlichen Freundschaft, in der sie sich um die Gunst eines Mädchens bemüht, das sich als selbstbewusste Kämpferin zeigt und dennoch immer tiefer in die Fänge ihrer ach so tugendhaften Familie gerät.  mehr...

Diskussion mit Svenja Flaßpöhler Kampf um das Geschlecht – Der Feminismus und die Transgender-Debatte

Lange hat die Frauenbewegung für Gleichstellung und Quoten gekämpft. Spätestens durch die Causa Weinstein und die Enthüllungen im Zuge der Metoo-Bewegung wurde klar: Es ist noch ein weiter Weg. Und auf dem streiten Feministinnen jetzt darüber, was eine Frau überhaupt ist. Anlass: das geplante Gesetz zur geschlechtlichen Selbstbestimmung. Sind biologische Geschlechtsunterschiede wirklich passè? Und wo steht der Feminismus heute? Doris Maull diskutiert mit Dr. Svenja Flaßpöhler - Chefredakteurin Philosophie-Magazin, Dr. Carolin Wiedemann - Journalistin und Soziologin, Chantal Louis - Emma-Redakteurin  mehr...

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