Literatur

Stephen King wird 75: Zum Geburtstag des Meisters des Grauens

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Er hat Haustiere und Kleinkinder aus Gräbern steigen lassen, das friedliche Image von Clowns beschädigt und mehrfach die Zivilisation zerstört. Am 21. September 2022 wird Stephen King 75 Jahre alt.

Stephen King bei der Book Expo 2017 in New York (Foto: IMAGO, xNancyxKaszermanx)
Er schreibt und schreibt und schreibt: Gerade erst erschien Stephen Kings neuer Roman, das Fantasymärchen „Fairy Tale“. xNancyxKaszermanx

Mehr als 400 Millionen verkaufte Bücher

Vor allem hat der „König des Horrors“ aber eins: Hunderten Millionen Menschen über Jahrzehnte ordentlich Angst eingejagt. Seine Schreckensbilanz: 40 Romane, über 100 Kurzgeschichten, Novellen, Drehbücher, Gedichte, Essays, Kolumnen und Sachbücher.

Nach Angaben seines Verlags hat der Autor aus dem US-Bundesstaat Maine mehr als 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft.

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Der junge King bringt seine Ängste zu Papier

Schon als Kind liebt Stephen King Fantasy- und Horrorgeschichten und schreibt selbst. Er hatte Angst davor, was im Schrank lauerte, unter dem Bett und in der Dusche. Diese Ängste habe er dann zu Papier gebracht und sich damit den Weg zum Psychiater gespart, erklärt King einmal.

„Wenn ich einen Schatten gesehen habe, dann war das für mich ein Monster, das kam, um mich zu packen.“

Stephen King studiert Englisch. Er arbeitet Anfang der 70er-Jahre zunächst als Englischlehrer, kann davon aber kaum die Familie ernähren. Nachts muss er noch in einer Wäscherei arbeiten. In der wenigen Freizeit, die ihm bleibt, schreibt er Kurzgeschichten. Verleger schicken ihn weg.

Das Manuskript von „Carrie“ landet zunächst im Müll

In einem Miet-Wohnwagen beginnt er schließlich mit dem Roman „Carrie“ – und ist erstmal so unzufrieden mit dem Manuskript, dass es im Mülleimer landet. Seine Frau fischt es wieder heraus und ermutigt ihn, weiterzuschreiben. Die Geschichte über ein Mädchen mit telekinetischen Fähigkeiten, das beim Abschlussball durchdreht und sich an ihren Peinigern rächt, macht King berühmt.

Er schreibt Bestseller wie „The Shining“, „Es“ und „Friedhof der Kuscheltiere“. Seine Werke werden weltberühmt, viele werden verfilmt. Es geht um übersinnlichen Spuk, aber auch immer wieder um das Grauen in uns selbst.

THE SHINING JACK NICHOLSON THE SHINING Date: 1980.  (Foto: IMAGO, Image courtesy WARNER BROS/Ronald Grant Archive/Mary Evans)
Bekannte Verfilmung eines King-Romans: Jack Nicholson in „The Shining“ aus dem Jahr 1980. Image courtesy WARNER BROS/Ronald Grant Archive/Mary Evans

Literarisch so gehaltvoll wie Burger und Pommes

Am Ende sind die Menschen die schlimmsten Monster. Literaturkritikern, die sein Werk gering schätzten, hielt er mal ganz uneitel entgegen, seine Bücher seien eben „das literarische Äquivalent eines Big Mac mit einer großen Portion Pommes“.

Auch seine eigene Biografie enthält Züge des Schreckens: In den 70ern rutscht er in die Alkohol- und Drogensucht ab, ist heute noch bei den Anonymen Alkoholikern. Im Sommer 1999 wird er von einem Betrunkenen angefahren und schwer verletzt. Aber nichts hält ihm vom Schreiben ab.

„Meine Fantasie ist so gefährlich, als setze man ein kleines Kind ans Steuer eines Rennwagens.“

King ist eine Horror-Produktions-Maschine im Dauerbetrieb. Dabei bleibt er seinem Stil treu, aber geht mit der Zeit. Protagonisten seiner jüngeren Werke lästern über Donald Trump und schauen Serien auf Netflix, leiden aber unter denselben inneren Kämpfen wie all die Generationen vor ihnen.

Gerade erst erschien sein neuer Roman, das Fantasy-Märchen „Fairy Tale“. Stephen King produziert auch mit Mitte 70 noch wie ein Besessener, rund 2.000 Wörter schreibt er am Tag. Mit seiner Frau Tabitha betreibt er eine eigene Radiostation und einen Verlag. Seine Kinder sind ebenfalls Schriftsteller.

Buchkritik Stephen King – Später

Der Romanheld von Stephen Kings neuem Buch „Später“ hat eine besondere Gabe. Jamie Conklin kann die Geister kürzlich Verstorbener sehen und sogar mit ihnen sprechen. Seine Mutter, die Literaturagentin Tia, rettet diese Fähigkeit vor dem sicheren Ruin. Doch der Fortgang der Handlung zeigt deutlich: Dies ist eine Horrorstory.
Rezension von Helen Roth.
Aus dem Englischen von Bernhard Kleinschmidt
Heyne Verlag, 304 Seiten, 22 Euro
ISBN 978-3-453-27335-1  mehr...

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