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Die Buchcover der Shortlist 2017 nebeneinander

Shortlist Deutscher Buchpreis 2017 Wo bleibt Schulze?

"Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit", meinte schon Goethe. Auf der Shortlist stehen Romane, die sich von deutsch-deutschen Befindlichkeitsfragen befreien. Sie spielen in Frankreich, Japan, Afrika, Moskau und Brüssel. Ihr Horizont ist die Welt, bilanziert SWR Literaturchef Frank Hertweck.

Vier von sechs Richtige

Gestern in der Literaturredaktion die Debatte: Wen erwarten wir auf der Shortlist des deutschen Buchpreises? Das Ergebnis nach Bekanntgabe: immerhin vier von sechs Richtige.

Marion Poschmann mit „Die Kieferninseln“, Robert Menasse, „Die Hauptstadt", das Debut von Sasha Mariana Salzmann,  „Außer sich“ – erstaunlicherweise dreimal Suhrkamp. Dann Thomas Lehr, „Schlafende Sonne“, Hanser Verlag.

Womit wir nicht gerechnet haben: Gerhard Falkner, „Romeo oder Julia“, Berlin Verlag und Franzobel, „Das Floß der Medusa“ aus dem Zolnay Verlag, erschienen schon im Frühjahr.

Aber wo bleibt Schulze?

Was wirklich augenfällig fehlt: das neue Buch von Ingo Schulze: "Peter Holtz - Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst". Die Frankfurter Allgemeine hatte sich zum Propagandisten dieses Schelmenromans gemacht, ihn zum Favoriten auf den Buchpreis gekürt. Das ging schief, vielleicht auch deswegen.

Dabei waren Schulzes Ingredienzien perfekt: ein Parforce-Ritt durch die DDR und das wiedervereinigte Deutschland, ein Held im Stile des Blechtrommlers Oskar Matzerath, ein Einzelgänger.  

Deutsche Geschichte – diesmal nicht

Aber was über die Buchpreis-Jahre immer wieder als eine sichere Kombination erschien, siehe Lutz Seilers Hiddensee-Roman „Kruso“ oder Uwe Tellkamps düstere DDR Parabel „Der Tunnel“ funktionierte in diesem Jahr nicht. Natürlich könnte man sagen, das Buch sei nicht so gelungen. Aber das trifft den Kern nicht.

Die Jury hat, bewusst oder unbewusst, Romane ausgewählt, die schon in den Schauplatzen weit über Deutschland hinausführen, als ginge es um eine literarische Absage an Engstirnigkeit und Deutschtümelei. Brüssel, mehrfach Moskau, Madrid, Istanbul, Polen, Frankreich, Westafrika, dann Japan, – das ist der Horizont. Als wäre die deutsch-deutsche Geschichte plötzlich zu klein geworden, um die Fragen nach der Identität zu beantworten. In überraschend radikaler Form werden sie gestellt: Woher komme ich, wo bin ich zuhause? Etwa in der Familie? Und in welchem Land? Sasha Marianna Salzmann fragt sogar: In welchem Geschlecht?

Ästhetischer Mut – kann auch schiefgehen

Keines dieser Bücher ist ganz gelungen, Thomas Lehrs Jahrhundertschau aus dem Geiste der Solarphysik manchmal überambitioniert. Gerhard Falkners Stalkingroman prätentiös, Sasha Marianna Salzmanns Familiengeschichte anarchisch bis zur Formlosigkeit, Franzobels Blick in den menschlichen Abgrund  hin und wieder sprachlich unentschieden, Robert Menasses EU-Panoptikum manchmal zu papieren und Marion Poschmanns Fernostblick etwas humorig.

Aber sie trauen sich ästhetisch viel, was eben auch schiefgehen kann. Sie messen sich an den Großen, an den Großen des Films, der Malerei, der Philosophie, an Robert Musil, an Tschechow, an Gogol, an dem japanischen Dichter Basho. Kurz: sie haben Mut und Ansprüche.

Und erstaunlicherweise reflektieren sie fast alle den Ort der Kunst in der Gesellschaft. Kunst, sagen sie, geht aufs Ganze:  Schluss mit Ironie, trotz aller satirischen Elemente. Es geht wieder um etwas – ernsthaft.

„Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit.“ Goethe, wer sonst.

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Deutscher Buchpreis 2017

Die Shortlist mit den Kommentaren der Jury

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Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017)

Kurt Prinzhorn ist zu einem Schriftstellertreffen nach Innsbruck eingeladen, wo ihm Merkwürdiges widerfährt: Jemand muss während seiner Abwesenheit ein ausgiebiges Schaumbad in der Wanne seines Hotelzimmers genommen und dort bewusst Spuren hinterlassen haben. Die Chipkartenschließanlage der Tür zeigt jedoch kein fremdes Eindringen an. Als nächstes verschwindet der Schlüsselbund des zunehmend ratlosen Autors. Während einer Moskau-Reise wenige Tage später kommt es zu neuen Unerklärlichkeiten, und auch in Madrid, wo Prinzhorn einer früheren Geliebten wiederbegegnet, reißt die Kette seltsamer Geschehnisse nicht ab – bis ihm durch Zufall das Puzzle der Erinnerung zu einem Bild zusammenfällt, das ihn weit in die eigene Biographie zurückführt. Am nächsten Morgen klingelt die Polizei an der Tür seiner Berliner Wohnung, denn unter dem Fenster von Prinzhorns Zimmer in Madrid wurde eine tote Frau gefunden.

Kommentar der Jury
„Romeo oder Julia“ besteht aus drei Teilen, und tatsächlich erinnert der Roman an ein Triptychon. Hier ist jedes Wort mit
feinem Pinsel gemalt, jeder Satz aufs schärfste angespitzt. Vordergründig handelt der Roman ja von den Abenteuern eines Schriftstellers, im Grunde aber geht es um das Abenteuer der Sprache, um das Abenteuer des Schreibens, und darum, wie mit Sprache Welt erschaffen wird, wie mit jedem Wort Entscheidungen getroffen werden: „Romeo ODER Julia“ eben.

Biographie
Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt den Gedichtband »Ignatien« (2014), mit Bildern von Yves Netzhammer. Er gehört zu den meistausgezeichneten deutschsprachigen Autoren mit Aufenthalten in der Villa Massimo (Casa Baldi) und der Akademie Schloss Solitude. Er lebt in Berlin und Bayern. Sein Roman »Apollokalypse« wurde für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.

Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017)

Kurt Prinzhorn ist zu einem Schriftstellertreffen nach Innsbruck eingeladen, wo ihm Merkwürdiges widerfährt: Jemand muss während seiner Abwesenheit ein ausgiebiges Schaumbad in der Wanne seines Hotelzimmers genommen und dort bewusst Spuren hinterlassen haben. Die Chipkartenschließanlage der Tür zeigt jedoch kein fremdes Eindringen an. Als nächstes verschwindet der Schlüsselbund des zunehmend ratlosen Autors. Während einer Moskau-Reise wenige Tage später kommt es zu neuen Unerklärlichkeiten, und auch in Madrid, wo Prinzhorn einer früheren Geliebten wiederbegegnet, reißt die Kette seltsamer Geschehnisse nicht ab – bis ihm durch Zufall das Puzzle der Erinnerung zu einem Bild zusammenfällt, das ihn weit in die eigene Biographie zurückführt. Am nächsten Morgen klingelt die Polizei an der Tür seiner Berliner Wohnung, denn unter dem Fenster von Prinzhorns Zimmer in Madrid wurde eine tote Frau gefunden.

Kommentar der Jury
„Romeo oder Julia“ besteht aus drei Teilen, und tatsächlich erinnert der Roman an ein Triptychon. Hier ist jedes Wort mit
feinem Pinsel gemalt, jeder Satz aufs schärfste angespitzt. Vordergründig handelt der Roman ja von den Abenteuern eines Schriftstellers, im Grunde aber geht es um das Abenteuer der Sprache, um das Abenteuer des Schreibens, und darum, wie mit Sprache Welt erschaffen wird, wie mit jedem Wort Entscheidungen getroffen werden: „Romeo ODER Julia“ eben.

Biographie
Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt den Gedichtband »Ignatien« (2014), mit Bildern von Yves Netzhammer. Er gehört zu den meistausgezeichneten deutschsprachigen Autoren mit Aufenthalten in der Villa Massimo (Casa Baldi) und der Akademie Schloss Solitude. Er lebt in Berlin und Bayern. Sein Roman »Apollokalypse« wurde für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.

Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay, Januar 2017)

18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

Kommentar der Jury
„Wo es kein Brot gibt, gibt es kein Gesetz mehr.“ Wie einfach ist dieser Satz. Und wie bedrückend wahr ist er. Franzobel hat uns mit seinem Roman eine alte Geschichte aufgetischt, die sich vor 200 Jahren zugetragen hat. Warum sollen wir diese Geschichte heute noch lesen? Franzobel schreibt uns dies ins Gedächtnis: Wir alle fahren gemeinsam auf dieser Fregatte und kämpfen gemeinsam auf dem Floß der Medusa ums Überleben. Denn – wie gesagt – da, wo es kein Brot gibt, wird es auch kein Gesetz mehr geben. Das ist bis heute gültig. Der Roman ist also auch eine kleine, ungeheuerliche Menschheitsgeschichte auf gerade einmal knapp 600 spannenden Seiten.

Biographie
Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die Krimis „Wiener Wunder“ (2014) und „Groschens Grab“ (2015) sowie 2017 sein Roman „Das Floß der Medusa“.

Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser, August 2017)

Rudolf Zacharias reist nach Berlin. Dort will der Dokumentarfilmer die Vernissage seiner früheren Studentin Milena Sonntag besuchen. Thomas Lehrs Roman spielt an einem Sommertag des Jahres 2011 – und zugleich in einem ganzen Jahrhundert. Denn in ihrer Ausstellung zieht Milena nicht nur eine künstlerische Lebensbilanz, sondern die ihrer Zeit. Mit sprachlicher Kraft werden historische Katastrophen neben die privaten Verwicklungen dreier Menschen gestellt, führen die Spuren von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Berlin. Thomas Lehr entwickelt ein überwältigendes Fresko dieses deutschen Jahrhunderts: tragisch, komisch, grotesk, und immer wieder ganz persönlich und intim.

Kommentar der Jury
Thomas Lehr verhandelt, ausgehend von einem einzigen Tag, ein ganzes Jahrhundert und entwirft ein Geschichtslabyrinth, in dem er die komplexen Ereignisse und Verwerfungen souverän platziert und - im Wortsinn - neu zur Sprache bringt. Mit einer Mischung aus spannender Erzählung, Reflexion und ästhetischem Wagemut bricht er mit unseren Wahrnehmungsmustern und macht die Literatur selbst zum Instrument der Erkenntnis. Seite um Seite neue Blicke auf scheinbar Vertrautes, ein Archiv der Sinne, des Bewusstseins und all der sich überlagernden Bereiche, aus denen sich das speist, was wir unser Wissen nennen.

Biografie
Thomas Lehr, geboren 1957 in Speyer, lebt in Berlin. Er wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Joseph Breitbach-Preis 2016. Bei Hanser erschienen u.a. „September. Fata Morgana“ (2010), „Größenwahn passt in die kleinste Hütte“ (2012), „42“ (2013), „Zweiwasser“ (2014) und „Nabokovs Katze“ (2016).

Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, September 2017)

Beamtin Fenia Xenopoulou soll das Image der Europäischen Kommission aufpolieren. Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee weckt ein Gespenst aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. Kommissar Brunfaut muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen. Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank zur Zukunft Europas Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft.

Kommentar der Jury
Robert Menasse verwebt Zeiten, Nationen und Institutionen zu einer einzigartigen Panoramaaufnahme von Europa – kriminalistisch angetrieben, philosophisch durchdrungen und dabei immer grundironisch. Ganz in der Tradition von Balzacs Vorstellung kritischer Zeitgenossenschaft ist „Die Hauptstadt“ ein Roman, der alles über unsere Zeit enthält, ohne je zeitgeistig zu werden.

Biographie
Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp, September 2017)

Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher, steht unter Schock. Letzte Nacht hat er geträumt, dass seine Frau ihn betrügt. In einer absurden Kurzschlusshandlung verlässt er sie, steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan, um Abstand zu gewinnen. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem Complete Manual of Suicide.

Kommentar der Jury
Mit der Intensität eines Haikus setzt Marion Poschmann ein unvergessliches Figurenpaar in die literarische Landschaft. Wie die beiden mit Matsuo Bashō und Selbstmordanleitung den Großstadttrubel und mythische Gefilde durchstreifen, ist pure Lesefreude! Der Roman ist eine Lebenswanderung, in der zwei konträre Charaktere mit gegensätzlichen Zielen ihr Selbst entfalten und ihrer Berufung entgegenlaufen. Jedes augenscheinlich noch so unbedeutende Detail wird Poesie. Poschmanns Perspektivwechsel zwischen Weitwinkel und Zoom, der inneren und der äußeren Welt erzeugen Tempo und subtile Spannung. Mit der Wanderung auf Bashōs Spuren schlägt sie eine Brücke über die Zeiten. Gekonnt, erfrischend locker, tiefenscharf.

Biographie
Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik; ihr Roman „Die Sonnenposition“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und gewann den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013.

Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)

Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims. Und noch später verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. Alissa macht sich auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.

Kommentar der Jury
Ein Debütroman mit großer sprachlicher und dramaturgischer Kraft: Vom postsowjetischen Moskau über ein Asylheim in der westdeutschen Provinz bis in ins heutige Istanbul, erzählt Sasha Marianna Salzmann von den Umbrüchen und der Verbundenheit der Flüchtlingsfamilie Tschepanow. Vor allem erzählt sie aber sicher, perspektivenreich, humorvoll und mit großer Unbedingtheit von der jungen Generation dieser Heimat-Wanderer, die um die eigene Identität kämpft: sprachlich, politisch und sexuell. Für die persönlichen Träume dieser weltumspannenden Generation dekliniert sie das Scheitern an der Realität mit einem faszinierend eigenen Ton wieder neu. Europa wird in diesem Buch größer, es wird aber noch keine Heimat.

Biographie
Sasha Marianna Salzmann studierte Literatur/Theater/Medien an der Universität Hildesheim sowie Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Sie ist Theaterautorin, Essayistin und Dramaturgin und war Mitbegründerin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist sie Hausautorin am Maxim Gorki Theater Berlin und war dort bis 2015 Künstlerische Leiterin des Studio . Ihre Theaterstücke werden international aufgeführt und sind mehrfach ausgezeichnet. „Außer sich“ ist ihr Debütroman.

Die PreisträgerIn wird am 9. Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25 000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist je 2500 Euro.

Thomas Lehr: Schlafende Sonne

So, 20.8.2017 | 17:05 Uhr SWR2 Lesenswert Magazin | SWR2

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