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In der Berliner Buchhandlung „She Said“ findet man kein einziges Buch von Autoren wie Martin Walser, Paul Auster oder Michel Houellebecq. Nicht, weil sie keine guten Bücher schreiben, sondern weil sie sogenannte Cis-Männer sind. Die Buchhandlung „She Said“ möchte Frauen und queeren Autor*innen eine Plattform geben, wie man sie so in anderen Buchhandlungen oder im Feuilleton nicht findet.

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Frauen finden sich in Büchern oft nicht wieder

Gründerin Emilia von Senger hat selbst lange Zeit vor allem Bücher von alten, weißen Männern gelesen. Erst als sie mit Mitte 20 „Die Glasglocke“ von Sylvia Plath gelesen hat, habe sie gemerkt, wie viel ihr entgangen sei „und wie viel meiner eigenen Positionierung und meines eigenen Aufwachsens als Frau sich nicht in der Literatur widergespiegelt haben.“

Diese Erfahrung möchte von Senger an andere weitergeben. In ihrer Buchhandlung „She Said“ sind die Bücher nach Themen und nicht alphabetisch sortiert.

Man findet bei ihr Klassiker von wieder entdeckten und vergessenen Autorinnen, queere Literatur und zeitgenössische Autor*innen. Außerdem Kinderbücher, die divers sind und Gendernormen aufbrechen.

„She Said“ ist Buchhandlung und Treffpunkt

Emilia von Senger nennt „She Said“ eine „Frauenbuchhandlung 2.0“: „Wir wollen auch ein Community-Ort werden, mit Diskussionrunden und Veranstaltungen. Aber wie der Feminismus haben auch wir uns verändert: Wir denken, dass auch Männer Feministen sein können und dass queere Personen viele der gleichen Herausforderungen haben, die auch Frauen haben und ihre Bewegung ebenso wichtig ist.“

Auch wenn keine Bücher von Cis-Männern verkauft werden, sind diese und alle interessierten Menschen bei „She Said“ willkommen.

„#Bookstagram ist viel diverser als das Feuilleton“

Die Auswahl der Buchhandlung trifft nicht nur das Team, sondern auch die Instagram-Community. Instagram sei schon lange eine wichtige Inspirationsquelle für Literatur, sagt Emilia von Senger.

„Die Instagram-Community #bookstagram liest sehr viel diverser als das Feuilleton.“

Transgender Awareness Week bei She Said

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