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Sharon Dodua Otoo ist Autorin, Herausgeberin und politische Aktivistin. 2016 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Jetzt debütiert Sie auf Deutsch mit ihrem Roman „Adas Raum“. Hier das ungekürzte Gespräch mit Denis Scheck.

In ihrem Roman erzählt Sharon Dodua Otoo Geschichten von Frauen, die alle Ada heißen, aber zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten leben: 1459 ist Ada Mutter im westafrikanischen Totopé, 1848 Computer-Pionierin in London, 1945 Prostituierte in einem Konzentrationslager, 2019 eine junge Schwangere in Berlin.

In Schleifen bewegt sie sich so von einem Jahrhundert zum nächsten, von einem Ort zum anderen. Dabei erlebt sie sowohl das Elend als auch das Glück, Frau zu sein und kämpft um ihre Unabhängigkeit.

"Ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, wenn wir mehrmals leben würden.“

Sharon Dodua Otoo im Interview mit Denis Scheck

"Ein brillanter Erstlingsroman – lesenswert!" sagt Denis Scheck.

Wie schon in ihrem Text in Klagenfurt, mit dem sie den Bachmann-Preis gewann und in dem ein Frühstücksei die morgendlichen Szenen einer Ehe beobachtet und erzählt, nimmt sie sich auch in ihrem Roman dichterische Freiheiten: Ein Besen, ein Raum, ein Türklopfer, ein Reisepass berichten, was sie erlebt haben, was sie erleben. Ein wilder, anarchischer Ritt durch fast sechs Jahrhunderte, den große Fragen umtreiben: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Was verbindet uns?

„Das Buch in der Saison, das mich am meisten begeistert hat, weil es so unglaublich gut gelaunt von mit den schwierigsten Themen überhaupt erzählt.“

Denis Scheck in der Sendung "lesenswert"

Der Fragebogen:

Im Anschluss an das Gespräch beantwortet Sharon Dodua Otoo im Park des Palais Biron noch den „lesenswert“ Fragebogen.

Die Autorin:

Sharon Dodua Otoo wuchs in London auf. Ihre Eltern stammen aus Accra/Ghana. 1995 kam sie während Ihres Germanistikstudium nach Deutschland. Seit 2006 lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet dort als freie Autorin. Sie engagiert sich als politische Aktivistin in anti-rassistischen Projekten wie Phoenix e. V. und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Seit 2012 gibt sie im Verlag edition assemblage die englischsprachige Buchreihe „Witnessed“ heraus mit Büchern schwarzer Autorinnen und Autoren. Sharon Dodoa Otoo gewann 2016 den Hauptpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Text „Herr Gröttrup setzt sich hin“ – ein Frühstücksei erzählt und beobachtet die morgendlichen Szenen einer Ehe.

Gespräch „Unbequem, sich dem eigenen Rassismus zu stellen“: Sharon Dodua Otoo hält Klagenfurter Rede zur Literatur 2020

„Ich wundere mich, dass der Literaturbetrieb nicht offener ist“, sagt die Autorin Sharon Dodua Otoo in SWR2. In ihrer Rede zur Literatur beim Bachmann-Wettbewerb 2020 mit dem Titel „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“ setzt sich die Autorin mit der Erfahrung von Schwarzen Menschen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auseinander.  mehr...

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Buchkritik Sharon Dodua Otoo - Adas Raum

Sie heißen alle Ada: Die eine lebt 1459 in Ghana, die zweite 1848 in London, die dritte in einem KZ in Thüringen, und die vierte kommt 2019 nach Berlin. Ihr Name verbindet sie miteinander – und auch ein geheimnisvolles Armband, das über die Jahrhunderte weitergegeben wird. Mit „Adas Raum“ hat Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo ihren ersten Roman vorgelegt: eine verschlungen poetische, aber manchmal auch etwas plakative Geschichte.
Rezension von Katharina Borchardt.
S. Fischer Verlag, 320 Seiten, 22 Euro
ISBN 978-3-10-397315-0  mehr...

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