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Liv Strömquists neuer Comic über Schönheit im Handy-Zeitalter: Selfies, Sex und Kylie Jenner

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Daten, shoppen, aus unserem Leben erzählen, das alles machen wir mit Fotos. Wir leben in einem „Imperium der Bilder“, sagte schon 2003 die Philosophin Susan Bordo über unsere Zeit. Wie sich dieses Imperium auf unser Leben und unser Empfinden für Schönheit auswirkt, analysiert die feministische Comiczeichnerin Liv Strömquist in ihrem Comic „Im Spiegelsaal“.

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„Sexy-Sein“ bestimmt unseren Marktwert

Die studierte Politikwissenschaftlerin ist mittlerweile selbst zu einer Art Pionierin und Ikone geworden. „Im Spiegelsaal“ ist bewusst krakelig und minimalistisch gezeichnet, er ist bunt und vor allem ausgezeichnet recherchiert: Simone Weil, Hartmut Rosa und Eva Illouz treten auf und erklären, wie das „Sexy-Sein“ heutzutage unseren Marktwert bestimmt und wie dominante Schönheitsideale unsere Beziehung zu unserem Körper zerstören.

Illustrationen aus dem Sach-Comic „Im Spiegelsaal“ (Foto: Pressestelle, avant-verlag GmbH)
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Liv Strömquist, feministische Comiczeichnerin aus Schweden Pressestelle Emil Malmborg Bild in Detailansicht öffnen

Dominante Schönheitsideale zerstören Beziehung zu unserem Körper

Frauen wie Marilyn Monroe und Sissi haben das am eigenen Leib erfahren, ihr Schicksal erzählt Liv Strömquist in zwei der fünf Comic-Essays im neuen Band. Auch wenn das erstmal theorielastig klingt, ist Strömquists Comic keine Philosophie-Vorlesung. „Im Spiegelsaal“ hat mehr etwas von einer klugen und witzigen Freundin, die uns – klar – liebevoll den Spiegel vorhält. Denn auch Liv Strömquist muss zugeben, sie kenne Gefühl, am Handy zu kleben und von Promi-Foto zu Promi-Foto zu scrollen: „Ich merke, wie eine Stunde vorbei ist, und ich schaue weiter Bilder an. Es ist Teil meines Lebens geworden, vor fünf oder zehn Jahren war das noch nicht so.“

Wie soziale Netzwerke Schönheitsideale vermitteln

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