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Abdulrazak Gurnah erhält den Literatur-Nobelpreis: Seine Literatur kann Afrika erklären

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Der tansanische Schriftsteller Abdulrazak Gurnah erhält am 6. Dezember in London den Literaturnobelpreis. Er sei ein ungeheuer reflektierter und souveräner Schriftsteller, sagt der Literaturwissenschaftler Frank Schulze-Engler, der Gurnah zu mehreren Konferenzen nach Frankfurt eingeladen hat. „Wenn er gesprochen hat, haben alle zugehört.“ Gurnah sei ein Mann, der alle in seinen Bann schlagen könne.

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Blick auf den Kontinent erweitern

Während in den westlichen Ländern vor allem der Postkolonialismus diskutiert werde, könnten die Romane von Gurnah den Blick auf Afrika deutlich erweitern. In seinem berühmten Buch „Das verlorene Paradies“ beschreibe Gurnah das vorkoloniale Ostafrika, die Spannbreite zwischen Versklavung und den ursprünglichen afrikanischen Gesellschaften.

Nach wie vor werde die afrikanische Geschichte auf den Kolonialismus verengt. Abdulrazak Gurnah zeige, wie einseitig das sei, so der Professor für Neue anglophone Literaturen und Kulturen an der Universität Frankfurt.

Einfluss anderer Kulturen verstehen

Auch die Verbindungen Afrikas zu anderen Kulturen helfe der Literatur-Nobelpreisträger besser zu verstehen. Das gelte vor allem für den Einfluss der arabischen Länder und Europas. Es sei wünschenswert, dass die afrikanische Literatur in Deutschland gründlicher rezipiert werde, findet Frank Schulze-Engler. Die wenigen Übersetzungen der Werke Gurnahs ins Deutsche sind derzeit vergriffen.

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