Autorengespräch Schlecky Silberstein: Warum uns Facebook und Twitter zu Arschlöchern machen

"Das Internet muss weg", meint Comedy-Autor und Grimme-Preisträger Schlecky Silberstein in seinem Buch. Womit das Internet der Social-Media-Giganten Facebook und Twitter gemeint sei. Deren Algorithmen verleiteten die Nutzer zu Extrempositionen. Und machten damit vernünftige Kommunikation unmöglich.

Ich fand das Internet toll - und jetzt nur noch "zum Kotzen"

"Was ich mal ganz toll fand, finde ich mittlerweile zum Kotzen", sagt Schlecky Silberstein über das Internet. Worunter er vor allem das Social-Media Internet verstehe. Konzerne wie Facebook und Google würde die Nutzerinnen und Nutzer "in einer Art Reaktionsdrang halten".

"Die Leute reden nicht mehr miteinander", meint Silberstein zu den Folgen, "sie beschimpfen einander mehr." Das sei von den großen Internetkonzernen so gewollt. "Je emotionaler so eine Debatte geführt wird, desto mehr Daten sammeln eben diese Konzernen, desto mehr Interaktionen gibt es."

Der Fall Habeck: Facebook und Twitter belohnten Extrempositionen

Facebook und Twitter seien deshalb keine Kommunikationskanäle, sondern vor allem Tools, "mit denen andere Leute sehr viel Geld verdienen". User lernten, ihre Sprache zu verändern, um möglichst viel Reichweite zu bekommen. "Das sieht man auch an Menschen wie Robert Habeck, die plötzlich feststellen: Ich habe mich langsam zum Arschloch entwickelt, werde immer polarisierender und boulevardesker in der Art, wie ich rede."

Auf andere Kanäle ausweichen und Algorithmen offenlegen

Auf andere Kanäle auszuweichen und die Konzerne politisch dazu zu zwingen, ihre Algorithmen offenzulegen, sind aus Sicht von Schlecky Silberstein geeignete Gegenmaßnahmen.

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