Literatur

Daniel Kehlmanns Schillerrede in Marbach: Von Schillers Wallenstein lernen

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Karin Gramling

Mit einer äußerst vielschichtigen Rede über sein eigenes Schreiben und Arbeiten überraschte Daniel Kehlmann das Publikum bei seiner Schillerrede am 13. November 2022 im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

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Von Schiller lernen

Wer über historische Figuren in seinen Romanen schreibe, der müsse genügend Abstand zu ihnen haben, so Kehlmann. Das könne man von Schillers Wallenstein lernen. Man müsse Figuren aus dem realen Leben angemessen darstellen, das sieht Kehlmann als moralische Verantwortung.

Kehlmann streifte viele weitere Themen. So findet er es etwa unglaublich, dass in Deutschland heute noch Indianerfilme gedreht würden. Und dass ein Kinderbuchverlag solche Romane zurückziehe, das sei für ihn nicht der Untergang des Abendlandes.

Literatur dürfe theoretisch alles, so Kehlmann. Doch mache man sich meist lächerlich, wenn man über Dinge schreibe, die keine Verbindung zur eigenen Vergangenheit, dem selbst gelebten Leben und der eigenen Sprache hätten.

Kulturmedienschau: Stimmen aus den Feuilletons zur Schiller-Rede von Daniel Kehlmann

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Karin Gramling