Gespräch

Rose der Hoffnung in der Ukraine: Jan Snela über das Lyriktreffen in Czernowitz

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Wilm Hüffer

Der Münchner Lyriker Jan Snela nimmt auf Einladung des Stuttgarter Literaturhauses am Internationalen XIII. Lyriktreffen Meridian im ukrainischen Czernowitz teil. Ein Treffen, das wegen des Kriegs in einer besonderen Atmosphäre stattfinde, erzählt Snela in SWR2.

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In Czernowitz den Willen zum Leben feiern

Mit den berühmten Gedichtzeilen von Rose Ausländer, „Wer könnte atmen ohne Hoffnung, dass auch in der Zukunft Rosen sich öffnen?“ habe der Czernowitzer Schriftsteller Igor Pomerantsev dieses Treffen eröffnet, mit dem die Veranstalter die Standhaftigkeit und auch den Willen zum Leben feiern wollten.

Es verleihe dem eigenen Schaffen auch eine neue Schärfe und Bewusstheit, sich die besondere Situation dieses Ortes vor Augen zu führen, reflektiert Snela. Wobei es keineswegs darum gehe, sich „als Kriegslyriker anzudienen“. Das würde er als zynisch empfinden, werde von den Veranstaltern aber auch gar nicht erwartet. Wichtig sei ihnen, dass alle teil hätten an dem Geschehen vor Ort.

Soldaten mit Maschinenpistolen: Czernowitz im Krieg

Wenn er aus dem Hotelzimmer schaue, so Snela, sehe er rauchende Soldaten, mit Maschinenpistolen. Igor Pomerantsev habe das aufgegriffen mit der Bemerkung, dass letztlich alle Menschen, die sich mit der Ukraine beschäftigten, von Charkiw bis New York, im Frontgebiet seien, zumal wenn sie mit Gedanken an das Kriegsgeschehen in der Ukraine einschliefen und auch wieder aufwachten.

Nationale Identifikation spiele bei diesem Treffen von Dichtern und Lyrikern keine große Rolle. Das entspreche der jahrhundertealten Tradition von Czernowitz, mit dem Bewusstsein für jüdische Kultur, deutsche Tradition und insgesamt kompliziertere Verhältnisse des Zusammenlebens.

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