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Die Corona-Pandemie weckt bei vielen den Wunsch: zurück in die Einfachheit, zurück zur Natur. Und das wird auch schon sichtbar: denn die Anfragen der Bürgerinnen und Bürger nach Gartenparzellen in der Stadt oder nach kleinen Häuschen auf dem Land steigen. Wer sich den Rückzug kurzfristig erträumen möchte, der kann das schmale Büchlein „Hütten – Obdach und Sehnsucht“ von Petra Ahne zur Hand nehmen.

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Das einfache Leben in der Hütte: frei und sicher vor Corona

Morgens durchs offene Fenster den Vögeln lauschen, abends im Garten die Füße Richtung Feuerschale strecken und das behagliche Gefühl genießen, etwas wirklich Sinnvolles getan zu haben: die Tomaten geerntet, die Zucchini gewässert, die Paprikasamen in den Boden gesteckt.

So wünsche ich mir mein Leben in einer Hütte. Dort wäre die Gefahr mich mit dem Corona-Virus zu infizieren gebannt, denn die selbstgewählte Einsamkeit ist ein Ort der Freiheit UND der Sicherheit. Auch die Berliner Journalistin Petra Ahne hat nach einem Rückzugsort gesucht und sich eine Holzhütte gebaut – knapp 40 Quadratmeter und große Fenster, die stets den Blick in die Natur lenken.

Die Hütte: Obdach, Herberge, Zweitwohnsitz

Hütten können vieles sein: spärliches Obdach in der Not, die erste Behausungsform des Menschen, Rückzug für Künstler und Philosophen, Herberge für Wanderer, bewusster Verzicht und Reduktion aufs Wesentliche oder gemütlicher Zweitwohnsitz stressgeplagter Städter.

Eine Hütte wäre keine Hütte ohne den Ort, an dem sie steht: am Waldrand, in den Bergen, an einem See. Hüttenbewohner lieben die Natur. Und das zeichnet nun das Buch von Petra Ahne aus. Sie hat nicht nur nach edlen Hütten an atemberaubenden Orten gesucht und sie fotografisch in Szene gesetzt. Ahne hingegen zeigt uns alte Skizzen der „Ur-Hütte“, wie sie sich Architekten früher vorstellen.

Die Hütte kann Menschen verändern

Sie erzählt von Alexis de Toqueville, der 1831 in den Weiten Amerikas die Behausungen der wagemutigen Siedler bestaunte. Wir sehen „Better shelter“, eine kostengünstige Hütte des UNHCR für Flüchtlingscamps, oder Tiny Houses, die konstruiert wurden, um das Wohnen auf engstem Raum zu ermöglichen.

Die Hütte kann Menschen verändern, und vielleicht ist es letztlich das, was sich viele im Stillen erhoffen. Petra Ahne hat sich schließlich einen Hund zugelegt, mit dem sie jetzt die Natur durchstreift. Ihr Buch versammelt also nicht nur Wissenswertes. Es erzählt von einer persönlichen Suche.

Wer selbst noch keine eigene Hütte hat oder nie haben wird, kann wenigstens davon träumen und dieses Buch lesen - das der Verlag Matthes und Seitz in seiner Reihe Naturkunden auch noch schön gestaltet hat.

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