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Eine Poetikdozentur der anderen Art

Kein Hörsaal, sondern ein Theater, kein Vortrag, sondern ein Gespräch - es war eine Poetikdozentur der anderen Art, diese erste, die Joseph Breitbach gewidmet ist und mit der die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz geehrt wurde.

Joseph Breitbach Poetikdozentur in Koblenz (Foto: Pressestelle, Theater Koblenz)
Markus Dietze (Intendant Theater Koblenz) im Gespräch mit der Autorin Marlene Streeruwitz Pressestelle Theater Koblenz

Umgekehrt ist es für die Autorin bei weitem nicht die erste Poetikdozentur, hatte sie doch auch schon die Frankfurter und die Tübinger inne. Trotzdem sei diese Einladung für sie ein großes Glück gewesen, sagt Marlene Streeruwitz.

Die Gesellschaft muss sich postpandemisch mittels kultureller Ausdrucksformen neu definieren

Die Pandemie hat Marlene Streeruwitz im vergangenen Jahr in große Selbstzweifel gestürzt, denn sie, die die Welt mit ihrer Literatur hatte verändern wollen, musste sehen, dass trotz aller Bemühungen noch immer Ungerechtigkeit herrscht.

Die Zweifel hat sie inzwischen überwunden, waren wir doch alle vereinzelt und auf uns selbst zurückgeworfen. Deswegen, so Marlene Streeruwitz, sollte sich die Gesellschaft mit Hilfe kultureller Ausdrucksformen wie Kunst, Theater oder Literatur neu definieren.

Steeruwitz will für Sprache sensibilisieren

Bei der ersten Veranstaltung zur Joseph-Breitbach-Poetikdozentur kam es zu einer Urlesung. Marlene Streeruwitz hatte von den Salzburger Festspielen den Auftrag bekommen, eine Szene aus Arthur Schnitzlers „Reigen“ neu zu schreiben.

Doch zu den Salzburger Festspielen hat die Autorin ein angespanntes Verhältnis. Als sie las, dass diese sich selbst als das wichtigste Theater- und Musikfestival der Welt bezeichnen, war für Marlene Streeruwitz klar: sie würde den Text schreiben, aber nicht abgeben. Und so hatten Magdalena Pircher und Wolfram Boelzle aus dem Koblenzer Ensemble die Aufgabe, ihn das erste Mal auf einer Theaterbühne zu lesen.

Marlene Steeruwitz will für Sprache sensibilisieren, für Gerechtigkeit in und durch Sprache. Nach wie vor will sie alte Machtstrukturen aufzeigen und zerbrechen. Die Pandemie hat verdeutlicht, dass noch viel zu tun bleibt, und: wie wichtig Orte wie Theater dafür sind. Denn dort können wir im Zuschauerraum das eigene Leben einen Moment ruhen lassen, während wir auf der Bühne alles, was das Leben ausmacht, anschauen.

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