STAND
INTERVIEW

Lukas Bärfuss hat seine Essays und Erzählungen in einem neuen Sammelband mit dem ironischen Titel „Krone der Schöpfung“ vereint. Im Gespräch mit SWR2 kritisiert der preisgekrönte Schweizer Autor Journalismus und Literatur der Gegenwart. „Nicht Wahrscheinlichkeit und Wirklichkeit zählen, sondern die Plausibilität. Es zählen nur noch die Narrative“.

Audio herunterladen (7,9 MB | MP3)

Es sei aber an der Zeit sich zu überlegen, wie manche Erzähltechniken auf das menschliche Stammhirn wirkten, etwa die Schilderung ungeklärter Situationen. Es gelte, aus dieser Falle herauszukommen, meint Bärfuss, weniger Zeit mit dem Blick auf Bildschirme zu verbringen - das sei aber schwierig: „Weil wir fürchten, nicht mehr zu dieser kommunikativen Bruderschaft zu gehören“.

Ebenso fragwürdig findet Bärfuss Literatur, die sich exzessiv der erlebten Rede als Stilmittel bedient. So zu schreiben entspricht nicht mehr der Wirklichkeit: „Die ist eine gebrochene und ungeheuer vielstimmige. Zu erzählen in diesen Brüchen und Fragmenten wäre sehr angebracht“. Sein Urteil über die Gegenwartsliteratur fällt verheerend aus: „Da herrscht in weiten Teilen ein ziemlich großer Biedermeier.“

Lukas Bärfuss ist Schriftsteller, Bühnenautor, Dramaturg und Regisseur. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2019 erhielt Bärfuss für seine Dramen, Romane und Essays den Georg-Büchner-Preis.

Literatur Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2019 an Lukas Bärfuss

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss erhielt am 2.11. in Darmstadt im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung den Georg-Büchner-Preis 2019.

Alexander Wasner sieht in Bärfuss einen „Vertreter einer individuellen Souveränität, ein Eidgenosse durch und durch. Er passt in die Liga von Dürrenmatt und Frisch, von Keller und Urs Widmer“.  mehr...

Buchkritik Lukas Bärfuss - Malinois. Erzählungen

Der Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss legt mit „Malinois“ zum ersten Mal Erzählungen vor – Geschichten aus 20 Jahren, geschrieben zu unterschiedlichen Anlässen. Der Band ist wohl kein Opus magnum des Schweizer Autors – aber doch ein interessantes Buch, das auf seine Hauptwerke verweist.
Rezension von Ulrich Rüdenauer.

Wallstein Verlag
ISBN: ISBN: 978-3-8353-3600-1
128 Seiten
18 Euro
Rezension von Ulrich Rüdenauer  mehr...

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

STAND
INTERVIEW