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Neuer Asterix-Band "Der Greif" überzeugt – Zwei Gallier im Osteuropa-Einsatz

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Äußerst gelungen findet Andreas Platthaus, Comic-Experte und Literaturchef der FAZ, den neuen Asterix-Band ,,Der Greif". Im Gespräch mit SWR2 bilanziert er: ,,Das ist schon ganz große Comic-Kunst." Erstmals machen sich Asterix, Obelix darin – begleitet von Idefix und Miraculix – Richtung Osteuropa auf den Weg, wo sie dem Wandervolk der Sarmaten und der Skythen begegnen.

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Illustrationen: Asterix und der Greif (Foto: Pressestelle, Egmont Ehapa Media )
In "Asterix und der Greif" müssen die gallischen Helden Abenteuer in einem Reich voller verschneiter Landschaften bestehen. Pressestelle Egmont Ehapa Media

Ironische Spitze gegen die Macho-Gegenwart im heutigen Russland

Der Titel ,,Der Greif" beziehe sich auf ein antikes Fabelwesen: ,,Greife kommen in der Kunst der Wandervölker Osteuropas öfter vor." Witzig ist für Platthaus auch, dass der Comic das Thema Feminismus aufgreift. Denn bei den Sarmaten, die im Gebiet des heutigen Russland lebten, kämpften die Frauen, während die Männer Herd und Kinder bewachten. Das erhalte angesichts der Macho-Gegenwart im Russland von heute eine ,,böse, schwarzhumorige Ironie", meint Platthaus.

Illustrationen aus Asterix und der Greif (Foto: Pressestelle, Egmont Ehapa Media )
Es geht ins tiefste "Barbaricum" – zu den Sarmaten und Skythen in den äußersten Osten Europas. Pressestelle Egmont Ehapa Media

Toll gezeichnet und übersetzt, nur die Geschichte verläppert etwas

Während die Zeichnungen von Didier Conrad an die alten Asterix-Bände von Albert Uderzo heranreichten, hat Platthaus an der Geschichte von Autor Jean-Yves Ferri einiges auszusetzen. Ferri habe großartige Grundideen, aber führe sie nicht aus. ,,Die Geschichten verläppern ein bisschen", resümiert Platthaus. Der Literaturkritiker und Autor mehrerer Bücher über Comics lobt aber die Übersetzer-Leistung des Bandes: ,,Man merkt, dass da wahnsinnig viel Arbeit reingeht", so Platthaus.

Illustrationen aus Asterix und der Greif (Foto: Pressestelle, Egmont Ehapa Media )
Bei ihrem wilden Ritt durch eiskalte und schneebedeckte Steppen treffen Asterix & Co nicht auch auf jede Menge Römer trifft - damit ist das Vergnügen garantiert. Pressestelle Egmont Ehapa Media

Präsentation in Berlin und nicht auf der Buchmesse

Es sei normal, dass der Verlag den neuen Band im Herbst präsentiere, man nehme eben das Weihnachtsgeschäft mit. Irritiert zeigt sich Platthaus aber darüber, dass die beiden Autoren ihr Werk nicht bei der Buchmesse, sondern in Berlin vorgestellt hätten. Daraus sei zu schlussfolgern, dass die Buchmesse aus französischer Sicht für Comics weniger wichtig sei.

Andreas Platthaus ist seit 2016 Chef der Ressorts ,,Literatur und Literarisches Leben" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu Comics hat er unter anderem die Bücher ,,Im Comic vereint" (1998) und "Die Welt des Walt Disney" (2001) verfasst.

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