Schrifsteller präsentiert sein Reportagebuch "Entlang den Gräben" Navid Kermani einmal durch ganz Europa

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Interview am 3.2.2018

Er schunkelte mit georgischen Mönchen. Er traf AfD-Anhänger in Schwerin. Er staunte über die Religiosität in Osteuropa und die Tristesse seiner Heimatstadt im Iran. Der Schriftsteller Navid Kermani erzählt über sein Reisebuch "Entlang den Gräben".

Gräben des Krieges und geistige Gräben

"Entlang den Gräben" heißt das Reisebuch von Navid Kermani. Der Schriftsteller, Orientalist und Journalist beschreibt darin seine sechzigtägige Reise von Köln durch Polen, das Baltikum und Weißrussland, die Ukraine und den Kaukasus - bis in seine Heimatstadt Isfahan im Südiran.

Gräben des Krieges, aber auch geistige Gräben habe er auf dieser Reise gesehen, Gräben zwischen Ost- und Westeuropa, Gräben in den Gesellschaften der bereisten Länder. Über die Stationen seiner Reise berichtet er im Interview mit SWR2.

Navid Kermani wünscht sich ein Chanson von Golnaraghi

Selbst der Musikwunsch von Navid Kermani für SWR2 Am Samstagnachmittag ist mit seiner Reise verknüpft: das Chanson Mara Beboos von Hassan Golnaraghi, das er mit seinen Eltern früher oft im Auto gehört habe.

Bischöfe und Mönche eines georgischen Klosters hätten ihn bei einem der Abende, bei denen reihum auf die Liebe, den Wein und die Gesundheit gesungen werde, genötigt, dieses Lied anzustimmen. Zwar seien die Zuhörer von seinem Gesang recht ernüchtert gewesen. Er habe es dann aber von seinem Smartphone abgespielt.

Ein ganzes Kloster schunkelt zu einem persischen Lied

"So hat dieses Lied, übertragen über Smartphone, eine Runde von Bischöfen und Mönchen in Georgien, in einem fernen Kloster, sehr, sehr beschwingt, erheitert und wehmütig gestimmt. Und am Ende schunkelte die ganze Gemeinschaft, ein ganzes Kloster, zu persischer Musik und zu diesem Chanson eines persischen, offenbar ehemaligen Kommunisten."

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