Gespräch

Julia Friese über ihren Debütroman „MTTR“: Wie die Naziideologie noch heute Mutterschaft prägt

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INTERVIEW
Kristine Harthauer

Über Familienstrukturen und über „das Alte, was in uns liegt, ohne dass wir es wahrnehmen“ wollte die Kulturjournalistin Julia Friese in ihrem Debütroman „MTTR“ schreiben. Es ist ein wütendes, direktes und ungeschöntes Buch über toxische Familienstrukturen, über Mütter, die eigene und die des Partners, über Schwangerschaft und Geburt und über die Frage, wie sich deutsche Nachkriegserziehung bis heute in der Erziehung weiterträgt.

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Das Nazi-Erbe in der Erziehung

Der Titel „MTTR“ erinnert nicht nur an das Wort „Mutter“, „MTTR“ stehe für die „Meantime to recover“. Damit ist die mittlere Reparaturzeit nach einem Ausfall eines Systems gemeint. Das System, das Julia Friese reflektiert, sei unter anderem die deutsche Nachkriegsgesellschaft und ihre Erziehungsmethoden.

Das Mutterwerden diene als Kulisse, um sich mit diesem Erbe der nationalsozialistischen und autoritären Erziehung auseinanderzusetzen. Die Protagonistin des Romans, Teresa Borsig, entscheidet sich dafür, ein Kind zu bekommen, obwohl sie gar nicht sicher ist, ob sie das überhaupt möchte. Sie hat Angst, die eigene Familie, „die Familie wie sie kennengelernt hat, wie eine kalte autorisierte Struktur zu reproduzieren“, so Julia Friese.

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Katharina Borchardt im Gespräch mit Claudia Kramatschek.
Verlag S. Fischer
ISBN 978-3103973853
22 Euro  mehr...

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