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Mariam Kühsel-Hussaini: Emil

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Denis Scheck

Ijoma Mangold stellt den neuen Roman der deutsch-afghanischen Schriftstellerin Mariam Kühsel-Hussaini "Emil" vor. Ob dieses Buch lesenswert ist, oder nicht - darüber streiten Mithu Sanyal, Insa Wilke, Ijoma Mangold und Denis Scheck.

Emil Cioran kommt im November 1933 mit einem Stipendium der Humboldt-Stiftung nach Berlin. Dort wird er von Otto Krause, Medizinstudent und begeisterter SA-Anführer, empfangen. Emil berichtet von seinem Leben in Berlin, der sehr präsenten Gewalt und Begeisterung dafür. Gleichzeitig versucht Rudolf Diehls, erster Anführer der Gestapo, einen rechtsstaatlichen Nationalsozialismus aufzubauen. Cioran und Diehls, die sich beide nicht komplett dem System ergeben, müssen auf verschiedene Weise mit dieser Enttäuschung leben.

Das ist eine Verherrlichung und eine Idealisierung. Man muss das einmal klar sagen: Das geht so heute nicht mehr. Das ist nicht gut und ich möchte sowas auch nicht lesen

Mariam Kühsel-Hussaini wurde 1987 in Kabul geboren und lebt seit sie drei Jahre ist in Deutschland. "Emil" ist ihr fünfter Roman, nachdem sie 2010 ihr Debüt mit dem Buch "Gott im Reiskorn" hatte. In ihrem letzten - von der Literaturkritik gelobten - Roman "Tschudi" porträtierte sie den Kunsthistoriker Hugo von Tschudi, der als Direktor der Berliner Nationalgalerie um 1900 schon früh und offensiv Werke der Pariser Moderne ankaufte und sich damit eine Menge Feinde machte.

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