Literatur

„Man kann keine Steine essen“: Shinroku Shimokawa und sein „Kochbuch eines japanischen Bildhauers“

STAND
AUTOR/IN
Andreas Langen

Der japanische Steinbildhauer Shinroku Shimokawa lebt seit zehn Jahren in Stuttgart. Nun hat er ein Kochbuch verfasst, das diese interkulturelle Erfahrung reflektiert – Geschichten und Rezepte, vom einfachen Snack bis zur hohen Kunst der japanischen Küche.

Audio herunterladen (3,8 MB | MP3)

Japanische Küche, made in Schwaben – diese Kombination ergibt ein besonderes Kochbuch. Doch besonders bekömmlich wird die Lektüre dadurch, dass schon die Gestaltung des Buches ein Genuss ist: Die Stiftung Buchkunst hat es ausgezeichnet als eines der Schönsten Deutschen Bücher des Jahres 2021.

Shinroku Shimokawa (Foto: Pressestelle, Prima.Publikationen)
Fast schon trashige Fotos im Buch zeigen, dass Shimokawas Küche einer Kochnische im Studentenheim ähnelt: schmucklos gefliest, alte Emaille-Töpfe mit kleinen Macken, billige Elektroplatten statt schickem Herd. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Shinroku Shimokawas Blick aufs Kochen ist ein interkulturelles Roadmovie, eine Melange aus Anekdoten, Garzeiten, Einkaufstipps und persönlichen Reflexionen über Lebensmittel und deren Wert. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Giersch und Ginkokerne als Delikatessen, das dürfte selbst ambitionierten Köchen hierzulande neu sein. Shinroku Shimokawas Buch ist voll von solchen Überraschungen. Hier: das Rezept für geröstete Sojabohnen Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Man staunt über gepökelte Pflaumen, die im Salz Jahrhunderte lang genießbar bleiben — „Umeboshi“. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen
Der Steinbildhauer Shinroku Shimokawa ist in Tokio geboren und aufgewachsen, lebt aber seit zehn Jahren in Stuttgart. Pressestelle Prima.Publikationen Bild in Detailansicht öffnen

Während sich sein Kochbuch mit dem „Hand anlegen“ in der Küche beschäftigt, stellt Shinroku Shimokawa nüchtern fest, dass in Japan vor allem Fast Food und Fertiggerichte Konjunktur haben. Und dann lobt der Zugewanderte, was es in seiner schwäbischen Heimat zu entdecken gibt: „Vesper ist sehr einfach, aber nicht reduziert. Es gibt Käse, Wurst manchmal, und Gemüse aus dem Garten und selbst gebackenes Brot zum Beispiel.“ Sein Fazit: „Vesper-Kultur finde ich cool!“

Leben Küchendeppen - Verlernen wir gutes Essen?

Heute gehen Kinder souverän mit dem Computer um – kochen lernen sie oft nicht mehr. Ziehen sie von zu Hause aus, stapeln sich in den Studenten-WGs erst einmal die Pizzakartons.  mehr...

SWR2 Leben SWR2

Leben Kochbuch für die kleine alte Frau - Am Herd mit Sybil Gräfin Schönfeldt

Was kocht man, wenn man allein ist? Als Antwort auf diese Frage hat Sybil Gräfin Schönfeldt mit über 90 ein kleines Kochbuch geschrieben, mit Rezepten für alte Singles. Von Nadja Odeh  mehr...

SWR2 Leben SWR2

Hörspiel-Podcast | Staffel 1 We love Israel - Ein Teller Hummus

In letzter Zeit wurde in Israel das Essen zum Thema Nummer Eins. Es geht nur noch ums essen, die Leute kochen die ganze Zeit und reden vom kochen. Aber wie „israelisch“ ist die israelische Küche?  mehr...

SWR2 Ohne Limit (bis 4 Uhr) SWR2

STAND
AUTOR/IN
Andreas Langen