Buchtipp

„Lichtwärts!“ – das neue Buch von Christoph Wagner

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AUTOR/IN
Niko Vialkowitsch

Auf den „Neuen Menschen” hofften sie alle, die Reformbewegten des frühen 20sten Jahrhunderts. Egal, ob sie durch freies Wandern, vegetarische Ernährung, durch Alkoholabstinenz, Licht- und Luftbäder oder eine Mischung aus alledem die Transformation zu schaffen glaubten.

Sie wähnten sich im Anbruch einer neuen, einer besseren Zeit. Vieles, was diese „ersten Ökos” der vorletzten Jahrhundertwende damals neu erdachten, wirkt heute hoch modern. Anderes erschreckend gestrig und trotzdem aktuell: Ein nicht geringer Teil von ihnen war „völkisch” eingestellt, antisemitisch und rassistisch.

Besonders vielfältig und durchmischt war die Szene der Reformbewegung im Südwesten Deutschlands. Hier gab es alles: Wandervögel, Christrevolutionäre, Naturmenschen und Erlösungsprediger. In seinem Buch „Lichtwärts” entwirft Christoph Wagner das Panorama einer Aufbruchszeit – an deren Ende der „Neue Mensch” leider immer noch der alte war. Kunscht! stellt es vor.

Gespräch Lebensreform, Jugendbewegung und Wandervogel – So lebten die ersten Ökos im Südwesten

„Gusto Gräser war ein völliger Verweigerer der Moderne. Er hatte keine feste Unterkunft. Er befand sich oft in Stuttgart, wo er auf der Straße predigte“, sagt Christoph Wagner, Historiker und Autor des Buches „Lichtwärts! Lebensreform, Jugendbewegung und Wandervogel – Die ersten Ökos im Südwesten“. Wagner zeichnet darin die Geschichte dieser Bewegungen nach und spart auch nicht deren düstere Seiten wie Irrationalismus, Rassenlehre und Antisemitismus aus.

SWR2 am Morgen SWR2

Musikpassagen Lebensreform und Jugendbewegung – Die ersten Ökos im Südwesten

Von Anette Sidhu-Ingenhoff und Christoph Wagner

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Niko Vialkowitsch