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Libidoverlust – Gerbrand Bakker erzählt in "Knecht, allein" von seinen Depressionen

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INTERVIEW

Moderation: Katharina Borchardt

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Gerbrand Bakker hat Depressionen. Davon erzählte der in der Eifel lebende Niederländer bereits in seinen Erinnerungen "Jasper und sein Knecht". Hund Jasper starb, und darum geht's nun weiter mit "Knecht, allein". Darin schildert Bakker, der homosexuell ist, dass eine Depression auch alle Lust vertreibt. Deshalb spricht er mit einer Sexologin und probiert Psychopharmaka aus.

Oft aber besucht er einfach nur seine Nachbarn und liest "Das Büro" von J. J. Voskuil, was fast noch besser gegen Stimmungsschwankungen hilft als Sex und Chemie.

Von all dem berichtet er im Gespräch mit Katharina Borchardt.

SWR2 lesenswert Kritik Gerbrand Bakker: Knecht, allein

Mit Warmherzigkeit durch den erkalteten Alltag: Gerbrand Bakker beschreibt unverhüllt autobiographisch seinen Kampf mit der Depression und der Schreibkrise, die ihn jahrelang lähmten.

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Suhrkamp Verlag, 318 Seiten, 24 Euro
ISBN 978-3-518-43033-0  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Lesetipp Gerbrand Bakker - Die 3 gibt es nicht

Gerbrand Bakker hat einen Wanderweg neu ausgeschildert. Und zwar in der Eifel, wo er seit vielen Jahren wohnt. Wanderweg Nummer 1 war nicht mehr ordentlich markiert. Da hätte sich am Ende noch einer verlaufen können! Also machte sich der niederländische Autor ans Werk und schilderte den Weg neu aus.
Davon erzählt er in dem kleinen Büchlein „Die 3 gibt es nicht“, das zwischen Bakkers umfangreichen autobiographischen Notaten „Jasper und sein Knecht“ (2016) sowie „Knecht, allein“ (März 2022) erschienen ist. Herzerwärmend pedantisch!
Lesetipp von Katharina Borchardt.
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann
Emons Verlag, 80 Seiten, 12 Euro
ISBN: 3740813423, 9783740813420  mehr...

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

Literatur Kurt Krömer spricht in seinem neuen Buch offen über seine Depression

„Ich war dreißig Jahre depressiv. Ich muss damit leben. Und ich habe keinen Bock, das zu verheimlichen.“ Mit diesem Satz löste der Komiker Kurt Krömer in seiner Sendung eine Welle der Anteilnahme aus. Wie diese dreißigjährige Leidensgeschichte im Detail aussah, das hat Alexander Bojcan, so Krömers bürgerlicher Name, nun in einem Buch festgehalten. In „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst – Meine Depression“, erzählt Bojcan offen über seine traumatisierende Kindheit, aber auch über sein eigenes Versagen als Vater. Seine Depression beschreibt er als „fette, schwarze Hexe, die auf deiner Brust sitzt“ und spricht damit auch vielen anderen Erkrankten aus der Seele.
Dieses Buch wirbt für einen offenen Umgang mit psychischen Krankheiten und ist gleichzeitig kein Leidensbericht, sondern eine komische und extrem liebenswerte Liebeserklärung an das Leben und die Kunst. Ein großes, ein großartiges Buch. „Und ab dafür“, würde Kurt Krömer sagen.  mehr...

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Buchkritik Emmanuel Carrère - Yoga

Emmanuel Carrère gilt neben Michel Houellebecq als einer der wichtigsten Schriftsteller Frankreichs. Und wie Houellebecq kümmert er sich um die ganz großen Fragen. 64 Jahre ist er jetzt, bekannt geworden in Deutschland durch seine große Auseinandersetzung mit dem, was Religion in seinem Leben angerichtet hat. Sein Roman „Das Reich Gottes“ war ein Riesenerfolg. Im neuen Roman „Yoga“ setzt er sich wieder mit dem Thema Spiritualität auseinander. Ein mitreißender Erfahrungsbericht aus der Unruhe einer bipolaren Seele..
Aus dem Französischen von Claudia Hamm
Matthes & Seitz Verlag, 341 Seiten, 25 Euro
ISBN 978-3-7518-0058-7  mehr...

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