Gespräch

Liao Yiwu – Wuhan. Dokumentarroman

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INTERVIEW

Am 23. Januar 2020 ging die Stadt Wuhan in den Lockdown. Eine neue Atemwegserkrankung war ausgebrochen, die zunächst vertuscht und dann SARS-CoV2 genannt wurde.

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Kam sie wirklich – wie schnell behauptet wurde – von einem Wildtiermarkt? Oder doch aus dem nahegelegenen Hochsicherheitslabor, das just zu diesen hochgefährlichen Fledermaus-Viren forscht? Klären konnte dies nicht einmal die WHO, denn China gibt wenig preis.

Es ist genau diese chinesische Vertuschungspolitik, die den in Berlin lebenden Autor Liao Yiwu umtreibt. In seinem neuen Roman „Wuhan“ versucht er, in einem Mix aus fiktiver Heimreise und faktischer Internetrecherche etwas Licht in die Sache zu bringen.

Mit seinem „Dokumentarroman“ hat er einen Literaturhybrid erfunden, der zwischen barockem Schelmenroman, journalistischer Fernrecherche und politischer Warnung oszilliert.

Literatur Liao Yiwu und die Wirklichkeit von Wuhan: Ein Roman über Chinas Scheinerfolge in der Pandemie

Mit seinem Dokumentar-Roman „Wuhan“ liefert der Schriftsteller Liao Yiwu eine packende Gegenerzählung zur erfolgreichen Pandemie-Bekämpfung in China und damit zum offiziellen Narrativ der Staatsführung um Präsident Xi Jinping. Es ist ein überbordendes, wildes, packendes Dokument des Geschehens, das vollständig auf Fakten basiert. Denn unmittelbar nach Ausbruch des Virus im November 2019 stand 20 Tage lang noch eine Flut von Informationen online zur Verfügung. Liao Yiwu kopierte, was immer er fand, bevor Chinas Netzpolizei diese Lücke freier Rede schließen konnte. Seine Romanfigur Ai Ding durchlebt Elend, Repression und das ganze absurde Theater der Null-Covid-Politik im totalitären Regime: Dörfer und Mega-Cities sind abgeriegelt, Millionen Menschen im Stich gelassen. Wasser, Lebensmittel, medizinische Versorgung - alles fehlt. Viele hungern. Ein Roman, der sich auch an den Westen richtet, der die Opfer der die Opfer der chinesischen Staatspolitik ignoriert und die Null-Covid-Politik als Erfolg betrachtet.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Pandemie Wie China versucht, Corona-Ausbrüche zu kontrollieren

Vor zwei Jahren hat das Coronavirus die chinesische Region Wuhan als erstes getroffen. Nach striktem Lockdown sind die offiziellen Corona-Zahlen dort sehr niedrig. Was in Wuhan bleibt: Stolz, das Virus verbannt zu haben und ein Kinofilm, der Corona-Helden feiert.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

7.1.2020 „Rätselhafter Krankheitsausbruch“ – Erster ARD-Bericht über Corona

7.1.2020 | Am 31. Dezember 2019 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO über eine Reihe ungewöhnlicher Fälle von Lungenentzündung in der chinesischen Stadt Wuhan informiert. Am 7. Januar 2020 geben die chinesischen Behörden bekannt, dass es sich offenbar um ein neuartiges Coronavirus handelt. Hier der erste Hörfunkbericht zum Thema im deutschen Radio von China-Korrespondent Steffen Wurzel.  mehr...

Corona-Pandemie WHO-Experten: Coronavirus stammt vermutlich von Fledermäusen

Wo ist das Coronavirus Sars-CoV-2 erstmals aufgetaucht? War es wirklich ein Wildtiermarkt in Wuhan? Jetzt wurden die Ergebnisse der Recherchen veröffentlicht.  mehr...

Gespräch Fang Fang – Weiches Begräbnis

Nach ihrem berühmt gewordenen „Wuhan Diary“ erscheint nun der neue Roman der chinesischen Autorin Fang Fang. Darin erzählt sie die Geschichte der alten Ding Zitao, die in den frühen 1950er Jahren bei der Landreform ihre Familie verlor. Lange hatte sie alles vergessen, was damals geschah. Auch dass den Toten oft nur ein „Weiches Begräbnis“ ausgerichtet werden konnte. Jetzt aber kommen ihre Erinnerungen zurück. Ein ergreifender und hochpolitischer Roman. Darüber spricht Katharina Borchardt mit der Sinologin Lea Schneider.
Verlag Hoffmann & Campe, 448 Seiten, 26 Euro
ISBN: 9783455011036  mehr...

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