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Lawrence Ferlinghetti sei sehr ruhig, sehr freundlich gewesen, erinnert sich der Hamburger Verleger und Übersetzer Michael Kellner, der die Literatur der amerikanischen Beatnik-Generation nach Deutschland brachte. Ferlinghetti, der als Autor, Verleger und Buchhändler die Beat-Generation entscheidend mitprägte, war am 22. Februar 2021 im Alter von 101 Jahren verstorben.

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Er selbst, so Kellner, hätte als junger „Nobody“ Ferlinghetti angeschrieben und sei nach San Francisco geflogen, um in Ferlinghettis berühmtem Buchladen „City Lights Bookstore“ Manuskripte von Allen Ginsberg zu kopieren, die er auf Deutsch herausbringen wollte.

Ginsbergs Gedicht „Howl“, das von Ferlinghetti verlegt wurde, sei dann auch der „große Weckruf“ gewesen, der die Literatur der Beatnik begründet habe — ein Gedicht, meint Kellner, das davon handelte, wie es ist, „anders zu sein“.

Ferlinghetti sei ein sehr politischer Mensch gewesen, der sich gegen alles was von der Justiz kam, zur Wehr gesetzt hätte. Selbst im Alter von fast 100 Jahren habe er noch 2018 ein Gedicht gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump verfasst: „Trumps Trojan Horse". Er habe rebelliert, „bis zum Schluss", meint Michael Kellner zum Tod der Ikone.

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