Literatur

Frankfurter Buchmesse macht Ukraine zum zweiten Gastland neben Spanien

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Ukrainische Buchcover (Foto: IMAGO, Ukrinform/Hennadi Minchenko)
Ukrainische Buchverlage werden sich in Frankfurt an einem 100 Quadratmeter-Gemeinschaftsstand präsentieren. Ukrinform/Hennadi Minchenko

Die Frankfurter Buchmesse wird im Oktober neben dem Gastland Spanien einen Schwerpunkt auf Literatur aus der Ukraine setzen. Am 21. und 22. Oktober werden unter dem Motto „Was können sie uns anhaben, solange wir einander hören“ ukrainische Autoren, Wissenschaftler und Künstler unter anderem über ihre Fluchterfahrungen sprechen, wie Buchmessedirektor Juergen Boos am 8. September in Frankfurt am Main ankündigte.

„Als jährlicher Branchentreffpunkt ist es uns ein besonderes Anliegen, der ukrainischen Buchbranche weltweit Sichtbarkeit zu geben.“

Büchershow mit Spendenaktion

Ukrainische Buchverlage werden in diesem Jahr an einem großen Gemeinschaftsstand mit eigener Bühne ihre Werke ausstellen. Schwerpunkt des Programms dort ist die aktuelle Situation der ukrainischen Verlagsbranche. Ergänzt wird der Schwerpunkt durch eine Spendenaktion für ukrainische Branchenmitglieder in Not.

Die Messe findet in diesem Jahr vom 19. bis zum 23. Oktober statt. Zur Eröffnungsfeier am 18. Oktober wird neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das spanische Königspaar, König Felipe VI. und Königin Letizia, erwartet.

Bücher ukrainischer Autoren

Reportage Die Literaturszene in der Ukraine

Am 24. August 2021 feierte die Ukraine 30 Jahre Unabhängigkeit. Der junge Staat hat eine aufregende Literaturszene. Besonders ukrainische Autorinnen bekommen hierzulande immer mehr Aufmerksamkeit. Ihre Texte handeln von der wechselvollen Geschichte ihres Landes, aber auch vom aktuellen Krieg.
Reportage von Christiane Seiler.
Stanislaw Assejew - "In Isolation"
edition.fotoTAPETA, 224 Seiten, 15 Euro
ISBN 978-3-940524-94-2
Natalka Sniadanko - Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde
Aus dem Russischen von Maria Weissenböck
Haymon Verlag, 424 Seiten, 25,90 Euro
ISBN 978-3-7099-3448-7
Tanja Maljartschuk - Blauwal der Erinnerung
Aus dem Russischen von Maria Weissenböck
Kiepenheuer & Witsch Verlag, 288 Seiten, 22 Euro
ISBN 978-3-462-05220-6
Serhij Zhadan - Internat
Suhrkamp Verlag, 300 Seiten, 22 Euro
ISBN 978-3-518-42805-4  mehr...

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SWR2 lesenswert Kritik Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew

Dmitrij Kapitelman erzählt humorvoll und zärtlich von seinem Versuch in seiner Heimatstadt Kiew ein Deutscher zu werden und sich dabei mit seinen Eltern auszusöhnen.

Hanser Verlag Berlin, 176 Seiten, 20 Euro
ISBN 978-3-446-26937-8  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Buchkritik Sasha Marianna Salzmann - Im Menschen muss alles herrlich sein

Der Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ von Sasha Marianna Salzmann ist ein ernüchterndes Portrait der späten Sowjetzeit sowie ein Familienroman, der sich auf die Verlusterfahrungen starker Frauenfiguren stützt. Dabei werden Migrationsbiografien mit der schroffen Identitätssuche nachfolgender Generationen verbunden. Ein preiswürdiges Buch.
Rezension von Carsten Otte.
Suhrkamp Verlag, 384 Seiten, 24 Euro
ISBN: 978-3-518-43010-1  mehr...

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

Beitrag Frankfurter Buchmesse - Gastlandauftritt Spanien

Das Leben von Frauen heute, der Stadt-Land-Konflikt oder die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise – das sind Themen der aktuellen Literatur Spaniens. Mit vielen spannenden Romanen und Essays im Gepäck wird das Land im Oktober als Ehrengast zur Frankfurter Buchmesse kommen. Viele der Autoren sind jung – und weiblich.  mehr...

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

Gespräch Rose der Hoffnung in der Ukraine: Jan Snela über das Lyriktreffen in Czernowitz

Der Münchner Lyriker Jan Snela nimmt auf Einladung des Stuttgarter Literaturhauses am Internationalen XIII. Lyriktreffen Meridian im ukrainischen Czernowitz teil. Ein Treffen, das wegen des Kriegs in einer besonderen Atmosphäre stattfinde, erzählt Snela in SWR2.
Mit den berühmten Gedichtzeilen von Rose Ausländer, „Wer könnte atmen ohne Hoffnung, dass auch in der Zukunft Rosen sich öffnen?“, habe der Czernowitzer Schriftsteller Igor Pomerantsev dieses Treffen eröffnet, mit dem die Veranstalter die Standhaftigkeit und auch den Willen zum Leben feiern wollten.
Es verleihe dem eigenen Schaffen auch eine neue Schärfe und Bewusstheit, sich die besondere Situation dieses Ortes vor Augen zu führen, reflektiert Snela. Wobei es keineswegs darum gehe, sich „als Kriegslyriker anzudienen“. Das würde er als zynisch empfinden, werde von den Veranstaltern aber auch gar nicht erwartet. Wichtig sei es ihnen, dass alle teilhätten an dem Geschehen vor Ort.
Wenn er aus dem Hotelzimmer schaue, so Snela, sehe er rauchende Soldaten, mit Maschinenpistolen. Igor Pomerantsev habe das aufgegriffen mit der Bemerkung, dass sich letztlich alle Menschen, die sich mit der Ukraine beschäftigten, von Charkiw bis New York, letztlich im Frontgebiet befänden, zumal wenn sie mit Gedanken an das Kriegsgeschehen in der Ukraine einschliefen und auch wieder aufwachten.
Nationale Identifikation spiele bei diesem Treffen von Dichtern und Lyrikern keine große Rolle. Das entspreche der jahrhundertealten Tradition von Czernowitz, mit dem Bewusstsein für jüdische Kultur, deutsche Tradition und insgesamt kompliziertere Verhältnisse des Zusammenlebens.  mehr...

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Reportage Untergrund-Literatur aus Transkarpatien - Wie der ukrainische Schriftsteller Andrij Ljubka seinen Landsleuten im Osten hilft

Carbide, Andrij Ljubkas Roman, ist eine Groteske über die Grenze der Ukraine zur EU, eine Grenze die seit dem 24. Februar eine ganz neue Bedeutung erlangt hat. Auch Andrij Ljubkas Schrifstellerleben geriet völlig durcheinander. Vom Autor wurde er zum Aktivisten. Reportage von Christiane Seiler.  mehr...

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