Literatur

Rilkes Nachlass kommt 96 Jahre nach seinem Tod ins Deutsche Literaturarchiv

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Brief des Schriftstellers Rilke aus dem Jahr 190 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Boris Roessler)
Dieser Brief des Schriftstellers Rilke aus dem Jahr 1904 ist bereits in Marbach. Er war Teil des Verlagarchivs von Suhrkamp, das 2009 ins Literaturarchiv nach Marbach gebracht und dort dauerhaft eingelagert wurde. Boris Roessler

Die Nachkommen des Dichters Rainer Maria Rilke (1875-1926) übereignen dessen Nachlass dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Die Dokumente waren bislang in Privatbesitz. Näheres zu der Erwerbung soll am 1. Dezember in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin bei einer Pressekonferenz erläutert werden.

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Nachlass stammt aus Gernsbach

Bei dem Nachlass handelt es sich um das „Rainer Maria Rilke-Archiv Gernsbach“. Im badischen Gernsbach befindet sich das Haus der Nachkommen von Rilkes Tochter Ruth Sieber-Rilke (1901-1972). Nach Angaben der „Datenbank geschützter Kulturgüter“ umfasst der Nachlass Werkmanuskripte, Korrespondenzen, Drucke und Bilder.

Der in Prag geborene Rilke ist einer der meistübersetzten deutschsprachigen Schriftsteller und zählt neben Kafka zu den weltweit wichtigsten deutschsprachigen Autoren der literarischen Moderne. Werke wie „Der Panther“, „Herbsttag“ oder „Mondnacht“ gehören zu den bekanntesten deutschen Gedichten.

Literatur Daniel Kehlmanns Schillerrede in Marbach: Von Schillers Wallenstein lernen

Mit einer äußerst vielschichtigen Rede über sein eigenes Schreiben und Arbeiten überraschte Daniel Kehlmann das Publikum bei seiner Schillerrede am 13. November 2022 im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

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Gespräch Herbsttagung Sprache und Dichtung im Literaturarchiv Marbach: „Historisches Bewusstsein – literarisches Gedächtnis“

„Man kann mit keinem Medium so intensiv in vergangene Zeiten einsteigen, wie mit der Literatur“, meint Jan Bürger, Leiter des Siegfried Unseld Archivs in Marbach, im Gespräch mit SWR2. Die Debatte darum, ob historische Literatur nach moralischen Kriterien von heute neu bewertet werden muss, sieht Bürger kritisch. In den letzten Jahrzehnten wurde der Literaturkanon vor allem nach ästhetischen Kriterien bewertet, inzwischen seien immer mehr moralische Kriterien hinzugekommen. Das schmälere den Erkenntnisgewinn von Literatur, so Bürger: „Moralische Argumentation führt dazu, dass wir im Kunstwerk die Bestätigung dessen, was wir eh schon fühlen und wissen und denken, suchen.“

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Gedichte und ihre Geschichte „Herbsttag" von Rainer Maria Rilke

Der Herbst fühlt sich allmählich so an, wie er sollte: die Temperaturen werden kühler. Wenn wir an die ungewöhnlich heißen Sommertage zurückdenken, scheint ein Rilke-Wort besonders passend: Der Sommer war sehr groß. Es stammt aus Rilkes berühmtem Gedicht „Herbsttag“, 1902 in Paris verfasst. Doch gegen diese Aussage rührt sich Widerspruch. Claus-Peter Lieckfeld, ein Lyriker unserer Zeit, ist der Meinung: „Rilkes Herbst findet nicht statt“.

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