Literatur

PEN-Zentrum würdigt indische Autorin Meena Kandasamy mit Hermann-Kesten-Preis

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Meena Kandasamy (Foto: IMAGO, PA Images/Lauren Hurley)
Die in London lebende Aktivistin und Autorin Meena Kandasamy. Außer zwei hoch gelobten Romanen hat sie auch zwei Gedichtsammlungen veröffentlicht. PA Images/Lauren Hurley

Die indische Schriftstellerin Meena Kandasamy (37) erhält den mit 20.000 Euro dotierten Hermann-Kesten-Preis des PEN-Zentrums Deutschland. Kandasamy sei eine furchtlose Kämpferin für Demokratie und Menschenrechte, für das freie Wort und gegen die Unterdrückung von Minderheiten, teilte PEN-Vizepräsidentin Cornelia Zetzsche am Montag mit. „Mit Empathie, analytischer Schärfe und literarischem Furor fährt sie durch patriarchale, feudale Strukturen und benennt in Reden und Schriften Gewalt gegen Frauen, Folgen eines ungezügelten Kapitalismus und ein Massaker an Bauern in Südindien."

Engagement für Dalits

Kandasamy wurde 1984 in Chennai - damals Madras - im indischen Bundesstaat Tamil Nadu geboren. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Feminismus und dem Kastensystem in ihrer Heimat. Sie stammt selbst aus einer Dalit-Familie, die keiner Kaste angehört und in der indischen Gesellschaft zur untersten Gruppe zählt. Geprägt habe sie, dass ihre Eltern als kastenlose Akademiker benachteiligt und ausgegrenzt worden seien. Auf Deutsch liegen ihre Bücher „Schläge. Ein Porträt der Autorin als junge Ehefrau" (2020) und „Reis und Asche" (2016) vor. Sie gibt außerdem die englischsprachige Zeitschrift „The Dalit" heraus.

Förderpreis für Web-Portal für Literatur aus Kriegs- und Krisengebieten

Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht an das Portal „Weiter Schreiben". Die Plattform bringt nach Deutschland geflohene Autor*innen aus Krisengebieten mit deutschsprachigen Kolleg*innen zusammen und organisiert Veranstaltungen.

Die Preisverleihung findet am 15. November in Darmstadt statt. Die Preisgelder stiftet das hessische Kunstministerium. Der Hermann-Kesten-Preis wird von der Schriftstellervereinigung PEN vergeben und würdigt Autor*innen, die sich für verfolgte Journalist*innen einsetzen.

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Leben Die Unberührbaren - Dalits in Indien

Die Kaste der Dalits steht in Indien ganz unten auf der sozialen Leiter. Diskriminierung und Erniedrigungen gehören zum Alltag der sogenannten „Unberührbaren“. Von Margarete Blümel  mehr...

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Lesung und Gespräch Meena Kandasamy: Schläge. Ein Porträt der Autorin als junge Ehefrau

Sie ist eine gebildete Frau. Und sie ist Feministin. Trotzdem heiratet sie einen Mann, der sie schlägt. So ist es der indischen Autorin Meena Kandasamy passiert. Aus ihren Ehe-Erfahrungen hat sie einen Roman gemacht, der erzählt, was passiert ist, der aber auch mit allen Wassern der kritischen Reflexion gewaschen ist. Ein überaus scharfsinniges Werk.
Lesung + Gespräch mit Claudia Kramatschek

Aus dem Englischen von Karen Gerwig
Verlag Culturbooks
ISBN: 978-3959881487
22 Euro  mehr...

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„Eine schreiblose Existenz hätte ich für ein verwirktes Leben gehalten“, sagt die Schriftstellerin Irena Brezna. Sie kam nach der Niederschlagung des Prager Frühlings mit ihren Eltern von der Tschechoslowakei in die Schweiz. Erst im Alter von 30 Jahren begann sie auf Deutsch zu schreiben. Zwar sei es hart gewesen, sich das Deutsche zu erarbeiten und erst recht in der Schweiz ein zu Hause zu finden, aber ihre Wurzellosigkeit sei auch eine Kraft, meint Brezna: „Die Fremdheit kann zum Denkbeschleuniger werden.“ Heute wird Brezna in Darmstadt von der Schriftstellervereinigung PEN mit dem Hermann-Kesten-Preis ausgezeichnet.  mehr...

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