Buchmarkt

Online-Buchhandel steigert 2021 Umsatzanteil am Buchmarkt auf 27 Prozent

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Packstation der Deutschen Post (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Fotostand / K. Schmitt)
Bücherpaket statt Buchhandlung. Mit eigenen Webshops profitieren aber auch klassische Buchhandlungen vom Internetbuchhandel. Fotostand / K. Schmitt

Der Umsatz im Internetbuchhandel ist 2021 im zweiten Jahr in Folge deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am 17. Oktober in Wiesbaden anlässlich der Frankfurter Buchmesse mitteilte, stieg der Umsatz im Online-Handel mit Büchern gegenüber dem ersten Corona-Jahr 2020 um weitere 16 Prozent. Im Jahr 2020 war er bereits um 21 Prozent gegenüber 2019 gestiegen.

Der Internetbuchhandel machte damit 2021 mit einem Umsatz in Höhe von 2,6 Milliarden Euro mehr als ein Viertel (27 Prozent) des Gesamtumsatzes der Buchbranche (9,6 Milliarden Euro) aus.

Stationärer Buchhandel verliert weiter

Im Gegensatz zu den Online-Händlern mussten andere Teile der Buchbranche in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 starke Umsatzrückgänge hinnehmen. So war der stationäre Buchhandel im Jahr 2021 mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro und einem Anteil von 39 Prozent am Gesamtumsatz der Branche zwar immer noch der wichtigste Vertriebskanal für Bücher.

Allerdings sank der Anteil um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vor-Pandemie-Jahr 2019. Damals hatte der Sortimentsbuchhandel mit 4,3 Milliarden Euro noch 46 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche erwirtschaftet.

E-Books werden immer beliebter und deutlich günstiger

Die Digitalisierung der Buchbranche schreitet auch bei den Buchformaten beziehungsweise Angeboten des Buchmarkts voran. So ist der Absatz von E-Books in den vergangenen Jahren immens gestiegen. Wurden im Jahr 2010 noch 1,9 Millionen E-Books verkauft, so waren es 2020 bereits 35,8 Millionen.


Parallel zu dieser Entwicklung nahm auch die wirtschaftliche Bedeutung der E-Books im Gesamtbuchmarkt zu. Von 2010 bis 2020 erhöhte sich der Anteil des mit E-Books erzielten Umsatzes am Gesamtumsatz der Branche von 0,5 % auf 5,9 %. Gleichzeitig sank der durchschnittlich bezahlte Preis für ein E-Book von 10,71 Euro auf 6,63 Euro.

Diskussion Messe im Miniformat – Die Krisen der Buchbranche

Der Buchmarkt scheint in jeder Hinsicht zu schrumpfen: Die Frankfurter Buchmesse findet zwar in diesem Jahr wieder statt, doch in deutlich kleinerem Format als noch vor der Corona-Pandemie. Die Verlage sehen sich mit einer bedrohlichen Papierknappheit konfrontiert, die Lieferzeiten und Kalkulation unberechenbar macht. Und das Publikum besucht bei den geltenden Hygiene-Regeln noch immer zögerlich die Veranstaltungen der Autorinnen und Autoren. Erst jetzt wird deutlich, mit welchen nicht nur finanziellen Problemen die Branche künftig zu kämpfen hat. Carsten Otte diskutiert mit Felicitas Hoppe – Schriftstellerin, Jo Lendle –, Verleger, Carl Hanser Verlag, Alexander Skipis – Geschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels

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