Literatur

Der ungarische Autor György Dalos wird mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet

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Gyoergy Dalos auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Foto: IMAGO, Foto: Manfred Segerer)
Ein in Berlin lebender Europäer: György Dalos, 2017 auf der Frankfurter Buchmesse Foto: Manfred Segerer

Der für Essayistik vergebene Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste geht in diesem Jahr an den ungarischen Autoren György Dalos. Der Historiker und Übersetzer zählt nach Einschätzung der Akademie vom 13. Januar zu den bedeutenden Mittlerfiguren zwischen Ost- und Westeuropa. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll der 79-Jährige am 28. März, einen Tag nach Heinrich Manns Geburtstag, in Berlin erhalten.

Dalos' Werk: von der Teilung Europas bis zu einem autoritären Ungarn

Dalos' Werk schlage einen großen Bogen von der Teilung Europas über den Zerfall der Sowjetunion bis hin zum Projekt einer illiberalen Demokratie in seinem Heimatland Ungarn, urteilte die Jury. Seine Kritik sei auch immer Selbstkritik. „Wer György Dalos liest, gewinnt nicht nur neue Einblicke in die europäische Zeitgeschichte - sondern in die gesamte Genealogie der Gegenwart“, heißt es in der Begründung.

Der 1943 in Budapest geborene Dalos lebt in Berlin. Er studierte Geschichte in Moskau und arbeitete als Museologe in Budapest. 1964 kam sein erster Gedichtband heraus. Im vergangenen Jahr erschien von ihm „Das System Orbán: Die autoritäre Verwandlung Ungarns“. Zu seinen Auszeichnungen gehört der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den er 2010 bekam.

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Das "System Orbán", das sich selbst als "illiberal" bezeichnet, wurde in den vergangenen 12 Jahren von einer deutlichen Mehrheit getragen. Der in Berlin lebende Schriftsteller György Dalos beschreibt - nicht immer überzeugend - die "autoritäre Verwandlung Ungarns".
Rezension von Conrad Lay.
C.H.Beck Verlag, 224 Seiten, 18 Euro
ISBN 978-3-406-78209-1

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