Literaturpreis

Für Stück über Essstörungen: Kleist-Förderpreis an Dramatikerin Elisabeth Pape

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Dramatikerin Elisabeth Pap (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Messe und Veranstaltungs GmbH Frankfurt (Oder) | Daniel Nartschick)
Die Stücke von Elisabeth Pape wurden bereits an der Berliner Volksbühne und auf Kampnagel in Hamburg aufgeführt. Für das Theater Koblenz bearbeitete und ergänzte sie 2022 Anton Tschechows „Der Kirschgarten“. Messe und Veranstaltungs GmbH Frankfurt (Oder) | Daniel Nartschick

Die Schriftstellerin Elisabeth Pape wird mit dem diesjährigen Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker ausgezeichnet. Papes Stück „Extra Zero“ über eine Frau mit einer Essstörung zeige „detaillierte Beobachtung und umfangreiche, messerscharfe Recherche“ über einen umfassenden Themenkomplex, hieß es am 18. Januar in der Begründung der Jury in Frankfurt (Oder). Papes Text sei fein und tiefgründig ausgestaltet, offen und immer neu lesbar.

Uraufführung am Staatstheater Augsburg

Der mit 7.500 Euro dotierte Preis ist mit einer Uraufführungsgarantie verbunden, die in diesem Jahr vom Staatstheater Augsburg übernommen wird. Die Auszeichnung wird am 11. Oktober im Rahmen der diesjährigen Kleist-Festtage verliehen. Die Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum und die Dramaturgische Gesellschaft vergeben den Preis seit 1996 jährlich. Anwärterinnen und Anwärter dürfen nicht älter als 35 Jahre alt sein, bewerben können sie sich mit noch nicht uraufgeführten Theatertexten.

62 eingereichte Stücke

Für den 28. Kleist-Förderpreis wurden den Angaben zufolge 62 deutschsprachige Stücke von 66 Autorinnen und Autoren aus fünf Ländern weltweit eingereicht. Die 1995 geborene Pape wuchs den Angaben zufolge in Berlin und im ukrainischen Czernowitz auf. Sie studierte Theater- und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

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SWR