Literatur

Ukrainischer Autor Andruchowytsch erhält Heine-Preis der Stadt Düsseldorf

STAND
Juri Andruchowytsch, Schriftsteller (Foto: IMAGO, Sabine Gudath)
Jurij Andruchowytsch (*1960), gilt seit der „orangenen Revolution“ als entschiedener Befürworter einer Anbindung der Ukraine an Europa. Sabine Gudath

Der ukrainische Lyriker, Schriftsteller und Übersetzer Jurij Andruchowytsch erhält den diesjährigen Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige einen „entschiedenen Verfechter europäischer Werte“, sagte der Oberbürgermeister und Juryvorsitzende Stephan Keller (CDU) am 18. Oktober. Die Preisvergabe sei zudem ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und der ukrainischen Bevölkerung.

Heine-Preis: Literatur- und Persönlichkeitspreis

Der Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland und wird an Menschen verliehen, die im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern und der Völkerverständigung dienen. Die Auszeichnung wird seit 1972 vergeben. Bisherige Preisträger*innen sind unter anderen Walter Jens, Max Frisch, Elfriede Jelinek und Jürgen Habermas.

Vertreter des europäischen Gedankens

Andruchowytsch sei einer „der führenden ukrainischen Romanciers, Lyriker und Essayisten unserer Zeit“, erklärte die Jury in ihrer Begründung. Er schreibe über „die Lage des Individuums in der mitteleuropäischen Geschichte und Gegenwart. Dabei übt er scharfe Kritik an Übergriffen von Geheimdiensten, Militär und Justiz.“

Zugleich spiele der Preisträger mit literarischen Formen und überschreite die Grenzen zwischen Realität und Fantasie. Zudem setze er sich „leidenschaftlich für den europäischen Gedanken ein und vertritt die Identität der Ukraine als Kulturnation.“

Buchkritik Heinrich Heine - Ich rede von der Cholera

1831 zog Heinrich Heine nach Paris. Als Korrespondent der Augsburger „Allgemeinen Zeitung“. Kurz darauf brach in Paris die Cholera aus, und er schrieb darüber einen Bericht, der Aufsehen erregte. Natürlich denkt man bei der heutigen Lektüre Corona immer mit. Jetzt ist Heinrich Heines Text als schmales Büchlein neu erschienen. Eine Leseempfehlung.
Kurzkritik von Katharina Borchardt.

Ein Bericht aus Paris von 1832“
Herausgegeben von Tim Jung
Verlag Hoffmann und Campe
14 Euro

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

Singer-Songwriterin Song von Eva Sauter: Loreley

Eva Sauter hat sie sich Heinrich Heines "Loreley" in der Vertonung von Friedrich Silcher vorgenommen und überführt das alte Lied in die Gegenwart einer jungen Frau heute.

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

STAND
AUTOR/IN
SWR