Gespräch

Krisen: Anpassung als neues Leitmotiv der Gesellschaft

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AUTOR/IN
Martin Gramlich

Die neuen Krisen, wie Kriege, Flucht, Energiekrise und Klimawandel, erfordern zukünftig ein neues Konzept der Anpassung, meint der Soziologe Philipp Staab. In seinem neuen Sachbuch „Anpassung. Leitmotiv der nächsten Gesellschaft“ untersucht er das Prinzip der gesellschaftlichen Anpassung.

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Menschen müssen sich künftig an die Krisen anpassen, die der Fortschritt verursacht hat

„Anpassen“ meint eine Adaption an Krisen, die die Menschen selbst produziert haben und deren Konsequenzen sie nicht mehr abwenden sondern nur noch abmildern können, so Autor Philipp Staab. Man müsse sich in diesem Zusammenhang von dem herkömmlichen Versprechen verabschieden, dass mit dem Fortschritt alles besser würde.

Wir werden uns im Gegenteil zu einer Gesellschaft entwickeln, die sich viel stärker auf Anpassung und Selbsterhaltung wird einstellen müssen, meint Staab. Das schließt mit ein, dass man akzeptieren muss, dass es dann nicht mehr um individuelle Selbstentfaltung geht, sondern um Selbsterhaltung.

Anpassung muss auch kollektiv gedacht werden

Wichtig sei dabei, dass gelingende Anpassung weder nur individuell oder nur gemeinsam zu denken ist. Anpassung müsse eher als ein „politisches Projekt“ entfaltet werden, das beide Formen zusammen verbindet.

Für gelingende Anpassung braucht es eine funktionierende Staatlichkeit, die in Bezug auf die gesellschaftlichen Adaptionen auf Stabilisierung ausgerichtet ist, aber gleichzeitig auch Möglichkeiten bereitstellt, sich an diesem Transformationsprozess individuell zu beteiligen.

„Wir können es nur gemeinsam machen, es geht nicht, wenn wir nicht daran glauben, dass wir es können“, ist Philipp Staab im Gespräch mit SWR2 überzeugt.

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Martin Gramlich