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„Klara und die Sonne“, der neue Roman des britischen Literaturnobelpreisträgers Kazuo Ishiguro wurde am 6. Mai in einem Livestream von 15 Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt. Ishiguro war aus seinem Londoner Wohnzimmer zugeschaltet.

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Beim Literaturnobelpreisträger im Wohnzimmer

So nah wird man einem Literaturnobelpreisträger wahrscheinlich nicht mehr kommen. „Dear Mr. Ishiguro, I hope you don't mind, that 2000 people are in your living-room right now.“ Ich hoffe, sie haben nichts dagegen, dass gerade 2000 Leute in ihrem Wohnzimmer stehen, meinte die Leiterin des Münchner Literaturhauses Tanja Graf.

„Klara und die Sonne“ spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der sehr menschlich wirkende Roboter Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleiten. Klara ist so eine KF, eine Künstliche Freundin, sie ist die Ich-Erzählerin in dieser Geschichte. Das war eine interessante Erfahrung, sie als Erzählerin einzusetzen, meint Kazuo Ishiguro.

Leider nur ein kurzes Gespräch von einer Stunde

Es war leider nur ein kurzes Gespräch. Eine Stunde lang konnte man einem bedächtigen, nachdenklichen Nobelpreisträger folgen. Eine knappe Zeit, in der die Fragen nach abstrakten Erzähltechniken und Bildästhetik, nach Literaturbezügen sehr breiten, zu breiten Raum einnahmen.

Ishiguro beschäftigt, was nach der Lektüre eines Buches passiert

Man hätte gern mehr über die Rolle von Schriftstellerinnen und Schriftstellern in dieser sich verändernden Welt erfahren. Es werde heute viel über kreative Schreibtechniken diskutiert, meinte Kazuo Ishiguro. Ihn beschäftige aber vielmehr das, was nach der Lektüre passiert.

„Für mich ist es sehr wichtig, dass ein Roman sich im Geist festsetzt – für Tage, Monate, vielleicht für ein ganzes Leben. Das ist für mich als Autor sehr wichtig und das erklärt auch, warum meine Romane so geschrieben sind wie sie sind.“

Buchkritik Kazuo Ishiguro - Klara und die Sonne

Im neuen Roman des Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro erzählt eine Roboterin von einer Zukunftswelt, in der die Unterschiede zwischen Mensch und Maschine geschwunden sind - und der Einsatz Künstlicher Intelligenz die Dinge nicht zum Besseren gewendet hat.
Rezension von Wolfgang Schneider.
Aus dem Englischen von Barbara Schaden
Blessing-Verlag, München 2021, 352 Seiten, 24 Euro
ISBN 978-3-89667-693-1  mehr...

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