Gespräch

Karl-Heinz Ott: „Purer Pazifismus ist relativ naiv“

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Astrid Tauch

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Das Militär wird nicht mehr nur als „schießender Männerhaufen" wahrgenommen

Pazifismus sei vielleicht nicht immer die ideale Lösung, sagt der Schriftsteller Karl-Heinz Ott in SWR2. Er habe zwar früher den Kriegsdienst verweigert, aber seit dem Balkankrieg hätten sich die Verhältnisse so geändert, dass „das Militär nicht mehr nur als schießender Männerhaufen wahrgenommen wird."

Der Freiburger Schriftsteller kommentiert neben weiteren 39 Schriftsteller*innen für den C.H. Beck-Verlag das Grundgesetz.

Drill wollte Ott nach seiner Internatserfahrung nie wieder erleben

Ott, der den „Abschnitt Xa – Verteidigungsfall“ kommentiert, betont, dass er nie hundertprozentig für den Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“ gewesen sei. ,,Dass ich den Wehrdienst verweigert habe, hatte mit anderen Dingen zu tun: mit meiner grauenhaften Erfahrung in einem katholischen Internat mit quasi militärischem Drill. Sowas wollte ich nie wieder erleben", sagt Ott.

„Es gibt bei einer pazifistischen Moral oft das Bedürfnis, sich selbst als Guten zu präsentieren und alles als 'böse' abzutun, was auf militärischer Seite steht, das halte ich für grundfalsch“, erklärt Ott weiter.

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