Schecks Anti-Kanon | Folge 19

Johanna Haarer: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind

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AUTOR/IN
Denis Scheck

Warum soll man schlechte, missratene, ja vollkommene miserable Bücher lesen?
Weil es im Paradies langweilig ist und die Analyse schlechter Bücher großen Spaß macht. Im Folgenden werde ich daher versuchen, die in meinen Augen schlechtesten Bücher der Weltgeschichte tatsächlich zu lesen. Das Ergebnis ist offen. Das Abenteuer enorm. Und Gefahr lauert überall.

1934 erschien das Buch von Johanna Haarer „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“. Darin begegnen sich die größten Verbrecher der Menschheit, die Nazis, und die größte Verantwortung der Menschheit, die Kinder. Johanna Haarer war keine Kinderärztin, sehr wohl aber ein glühender Nazi. Das merkt man ihrem Buch in jeder Zeile an.

„Wenn Du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein“, weiß Friedrich Nietzsche. Dieses Buch ist so ein Abgrund. Es löst buchstäblich Schauder in mir aus, so Denis Scheck.

Pädagogik "Dann, liebe Mutter, werde hart!" – Wie NS-Ratgeber die Erziehung bis heute prägen

Im NS-Bestseller "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ rät Johanna Haarer, Kinder schreien zu lassen und bloß nicht zu verwöhnen. Die lieblose Erziehung hat für viele Kriegsenkel Folgen bis heute.

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Literatur Schecks Anti-Kanon

Warum soll man schlechte, missratene, ja vollkommene miserable Bücher lesen? Weil es im Paradies langweilig ist und die Analyse schlechter Bücher großen Spaß macht. Deshalb versucht Denis Scheck die in seinen Augen schlechtesten Bücher der Weltgeschichte tatsächlich zu lesen. Das Ergebnis ist offen. Das Abenteuer enorm. Und Gefahr lauert überall.

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Denis Scheck