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Ingeborg Bachmann war in den 50er-Jahren das Fräuleinwunder der deutschen Lyrik. Ihre Liebesgedichte hatten den existenzialistischen Hauch ihrer Zeit.

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Sie spielte mit Scheu und Verführung, mit mädchenhafter Schutzbedürftigkeit und der Unnahbarkeit einer Diva. Doch 1961 erschien ein schmaler Band mit Erzählungen von ihr – und alle waren irritiert. Diese Prosa war widersprüchlich und hart. "Undine geht" – die Schlusserzählung des Bandes "Das dreißigste Jahr" – wirkte wie ein Programm. Im Gewand des mythischen Wassergeistes wendet sich das weibliche Ich gegen die "Ungeheuer mit Namen Hans". In die Verzweiflung mischt sich in diesen Erzählungen immer auch eine Sehnsucht, vielleicht am eindrücklichsten in "Drei Wege zum See". Auch hier werden autobiografische Erfahrungen in zeitlose Bilder verwandelt.

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